Die Frauenhöhle, Allerheiligen, Dhanwantari & Divali

In meinem Artikel über meine Indienreise (hier nachzulesen) hatte ich darüber geschrieben, wie sehr ich meine Wurzeln in meiner eigenen Tradition spüre und es gab da einen Zeitpunkt, an dem es mir schwer fiel, es mit "allem" zusammen zu bringen, so als müsste ich mich entscheiden - für die christliche Kultur oder die einer anderen Religion. Denn jede fasziniert mich auf ihre ganz eigene Art. Vermutlich liegt es an meiner Erziehung in einem Kloster, am Einfluss der kirchlichen Institutuion, dass sogar ein Hauch von "schlechtem Gewissen" sich breit zu machen versucht, wenn ich die Faszination am "anderen" in mir genieße.

Gestern noch war ich in der Frauenhöhle in St. Martin bei Lofer, um mit anderen Frauen das Samhainfest zu ehren (Samhain ist ein keltisches Fest). Die Frauen haben Geschichten und Sagen erzählt, von der Loferer Jungfrau, dem Loferer Fräulein - die in ihren Bildern wertvolle Überlieferung für das Wissen der Frauen gelten, andere Frauen haben musiziert - auf ihren Flöten und der Harfe gespielt, andere beschenkten uns mit ihrer Stimme und hüllte uns in die Meditation eines Heimatjodlers, eine andere Frau lehrte uns den Faden zu spinnen und in einem kraftvollen Netz mit anderen Frauen zu verbinden,

 

Welch Genuss in der eigenen Tradition und Kultur den Segen für sich schöpfen zu können.

Heute nun feiern wir Allerheiligen, morgen ist Allerseelen. In der christlichen Tradition sind sie die Gedenktage an alle Heiligen (01.11) und an alle Seelen (02.11.) die noch nicht im Himmelreich "angekommen sind". Viele Menschen gehen heute auf die Friedhöfe um an den Gräbern zu beten. So kann ich mich diesem Tag nicht anschließen. Ich glaube nich an den Himmel als (Be)Lohnung, wie sie die Kirche darstellt.

 

Meine Mutter und mein Bruder sind bereits in einem anderen Leben. Es gibt kein Tag an dem ich nicht an sie denke und ihnen danke, für das was sie mir durch ihr Sein hinterlassen haben. Auf eine Art und Weise ist somit für mich jeder Tag Allerheiligen und auch Allerseelen. Die Erinnerung an die Lieben, die nicht mehr hier sind, ist mir heilig.

Oliver  *1971 +2004
Oliver *1971 +2004

Und dann ist heute der erste Tag des 5-tägigen Diwali Festes (dīpāvaḻī „Weg des Lichts“; hinudistisches Lichterfest). Der heutige Tag ist der Tag an dem man Dhanvantari verehrt. Dhanwantari ist eine Inkarnation von Gott Vishnu (dem erhaltenden Aspekt Gottes) und ist Begründer des Ayurveda. Er übergab den Engelswesen den Nektar der Unsterblichkeit. Das Gebet an Dhanvantari wird von ayurvedischen Ärzten und Therapeuten am Anfang jeder Behandlung rezitiert. Man stimmt sich auf den Patienten ein, nimmt Kontakt zum Alleinen auf und ist Kanal für die heilsamen Energien und erhält Segen für die Behandlung.

 

Mich erinnert dies an die Bedeutung von Erzengel Raphael in unserer Kultur.

 

welch schöner Gedanke am heutigen Tag den Segen der Heiligen zu rufen, dies im Geschenk der Heilung der Gesundheit, auf allen Ebenen (körperlich wie geistig), damit die Menschen die Möglichkeit haben, in dieser Welt ein langes, gesundes und glückliches Leben zu führen.

 

Nun feiern die Hindus (der Begriff, der ja eigentlich "Inder" bedeutet) heuer am 03.11. Diwali, es ist ein Fest des Neumonds und besteht aus 5 Tagen Festlichkeiten. Diwali ist in Indien das populärste Fest. Es eint viele Aspekte, die man in Europa mit Weihnachten, Silvester und auch Allerseelen verbindet.

Und im Nachspüren all dieser Energien und Kulturen spüre ich den inneren Frieden, den ich in mir trage - wissentlich, dass das Göttliche EINS ist, einerlei in welcher Vielfalt, die Menschen es in ihr Leben holen - letztlich ist es genau das, was uns verbindet - der Zugang zu unseren Wurzeln, Traditionen, Kulturen und der inneren Göttlichkeit.

"Das Licht der Lichter, dieses strahlende innere Licht des Höchsten Selbst leuchtet ewig in den Tiefen deines Herzens. Setze dich still hin, schließe deine Augen, ziehe deine Sinne zurück, richte den Geist auf dieses höchste Licht. Erfreue dich am wahren Diwali, indem du die Erleuchtung der Seele erfährst. Er, der alles sieht, den aber niemand erblickt, der den Geist, die Sonne, den Mond, die Sterne und das ganze Universum erleuchtet, der aber von ihnen nicht erleuchtet werden kann, Er ist wahrlich Brahman, das Absolute, das innere Selbst. Feiere Diwali, indem du dich in Brahman fest verankerst. Genieße die ewige Wonne der Seele. Dort scheinen weder Sonne, Mond oder Sterne noch Blitz noch Feuer. Alle Lichter der Welt sind nicht vergleichbar noch nicht mal mit auch nur einem einzigen Strahl des inneren Lichtes des Selbst. Verschmelze mit diesem Licht der Lichter und genieße das höchste Lichterfest." (Swami Sivananda) 

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