15. August - Mariä Himmelfahrt

Daniela Hutter Frau der Neuen Zeit, erwachendes weibliches Bewusstsein, Zeitqualität, Maria

Der Tag von Maria Himmelfahrt ist das älteste und bekannteste der vielen Marienfeste, die die katholische Kirche über das Jahr verteilt. Es ist auch bekannt unter dem Namen Mariä Aufnahme in den Himmel - und damit weiß man auch schon um die (eine) Geschichte.Es ist ein Fest der katholischen Kirche und gehört zu den Hochfesten des Jahres. An diesem Tag wird gefeiert, als dass Maria nach ihrem Tod "in den Himmel aufgenommen" wurde - und zwar mit Leib und Seele.

 

Die korrekte Benennung des Feiertags ist eigentlich Fest der "Aufnahme Marias in den Himmel". Damit wird auch eine theologische Unterscheidung zur Himmelfahrt Christi ausgedrückt. An Maria vollzieht sich beispielhaft das, was jedem Getauften nach christlicher Lehre zugesagt wird: die Auferstehung von den Toten mit Leib und Seele.

Der Überlieferung nach stieg der Leichnam der Gottesmutter zum Himmel auf. Andere Legenden berichten, dass die Apostel das Grab Marias öffneten und statt ihres Leichnams darin Blüten und Kräuter fanden. Hier macht die Kirche die Tradition der Kräuterweihe fest. (dazu siehe weiter unten im Text)

Gottesdienste mit Kräuterweihen sind daher seit dem 9. Jahrhundert bekannt und lösten germanische Erntebräuche ab. Die Weihe sollte die von Maria ausgehenden heilsamen Einflüsse und Kräfte auf die Kräuter übertragen. Besonders vor Klosterkirchen der Franziskaner und Kapuziner - deren Mönchen man im Mittelalter hohe Weihekraft zuschrieb - werden zu Mariä Himmelfahrt körbeweise Heilkräuter geweiht.

 

Für katholische Christen ist Mariä Himmelfahrt der Auftakt für die anschließenden 30 Marientage , die als besonders segensreich gelten und mit Mariä Namenstag im September ihren Abschluss finden. So bieten sich gerade uns Frauen diese Tage ganz besonders an, um einen Reigen zu eröffnen, um diesen inneren heiligen Raum zu betreten und mehr von sich zu ergründen. Einmal mehr. Einmal tiefer. Ja.

 

An dieser Stelle,

  • wie "ehrst" du selbst deinen Raum - deinen inneren wie deinen äußeren?

 

Das Bild hinter der Geschichte ...

Weiter nun zum Bild hinter der Geschichte:  Maria. Mit ihr wird uns ein Bildnis geschenkt, das gerade für uns Frauen (neben Maria Magdalena) und unseren spirituellen Weg von Bedeutung ist. Sie ist die Königin der Heiligen, die Hohe Frau, deren Licht alles überstrahlt und der besondere Verehrung gilt.

Maria repräsentiert das Mütterliche in der Spiritualität. So ist es ihre Energie, die auch in uns das Mütterliche heilt und darüber hinaus dass sie als spirituelle Mutter uns "mit dem Göttlichen vereint". Als Frauen verkörpern wir die Mütterlichkeit mit unserer Fähigkeit Leben zu schenken.

  • Welchen Bereichen deines Lebens könntest du (dir) mehr (lebendiges) Leben schenken?
  • Was hindert dich noch daran?

Maria unterstützt uns auch immer darin, die Verletzungen der eigenen mütterlichen Themen zu heilen. Sowohl hin zur eigenen Mutter, als auch jene des eigenen MutterSeins.

  • Welche Resonanz erzeugt der letzte Satz in dir? Was ist spontan dein erster Gedanke?
  • Was zeigt sich jetzt "zur Heilung"? Was will dazu in dir "rund" werden?

Gott schenkt alles was ihm zu eigen ist, der Seele. Er schenkt sich selbst der Seele. Das Königreich, das also in Maria und – gemäß dieser Deutung – in der Seele hervorgebracht wird, ist Ausdruck der Vereinigung, der unio mystica, des göttlichen “Was mein ist, ist Dein”. Eine Liebeserklärung an die Seele von Ewigkeit zu Ewigkeit.

  • Welche göttliche Liebeserklärung findest du in dir?
  • Welche Antwort willst du dahin (endlich) geben, indem du ihr das (lebendige) Leben schenkst?

Die Geschichte hinter der Geschichte

Dass die katholische Kirche in ihren Anfängen und ihrem Bedürfnis der Christianisierung sich den Volksglauben zu nutze gemacht hat, ist nichts Neues. Konkret, sie bedienten sich der Traditionen, Riten und Feste die schon da waren. Die Leute scherte es wohl wenig - was erfuhr das einfache Volk irgendwo im europäischen Land damals schon, was die Kirchenfürsten im fernen Rom taten? So ist es leichtens zu verstehen, warum es ihnen einerlei war, dass die Feste neu benannt wurden - scheinbar eine neue Bedeutung erhielten. Doch so ignorant waren die kirchlichen Herren dann auch wieder nicht. Vielmehr wohl ausreichend intelligent. Die Bedeutung galt es zu wahren, sonst hätten die Menschen sich wohl mehr gegen das Neue aufgelehnt.

 

Im Herzen der Landbevölkerung hat "die Frau am Himmel" immer schon einen besonderen Platz eingenommen. Über die Zeiten gab es einfach immer wieder andere Namen und Bildnisse für sie, welches die lebensspendende Kraft symbolisierte.

 

Wahrhaftiges bleibt. So die Be-Deutung. Und die Geschichte hinter der Geschichte erzählt ... es gibt "die Frau des Himmels". Eine Heilige. Eine Göttin.  Aus der Religionswissenschaft wissen wir, soweit überhaupt nachvollziehbar, dass in den ersten Kulten ein Urmonotheismus praktiziert wurde, in der Weise, dass die große Göttin, die Magna Mater, verehrt wurde. Das begegnet uns in vielen Kulturen.  Sie kennen diese Verbindung des Zeitraums mit einer Göttin, die für die Fruchtbarkeit des Getreides (Spika) vom Himmel aus verantwortlich ist.  Die Römer feierten die Göttin Diana am 15. August. 

 

Die Gestirne des Himmels schenk(t)en auch Orientierung und Be-Deutung.

Die Gestirne des Himmels waren in früheren Zeiten den Menschen das, was uns wohl heute Texte wie diese sind. Sie schenkten Orientierung und Be-Deutung.

 

Um den 15. August geht heute das Sternbild Jungfrau in den Morgenstunden im Westen unter. Die Jungfrau ist das einzige weibliche Wesen unter den Sternbildern. Die Jungfrau war die Himmelskönigin. Auch das kennen wir aus anderen Kulturen, z.B. Ägypten - auch hier war das Fest der Isis am 15. August.


Die Jungfrau wird als weiblicher Bote der Fruchtbarkeit angesehen. Die Jungfrau wird meist als geflügeltes Mädchen dargestellt, das einen Bündel Ähren in der Hand hält. Entsprechend so sieht das Sternenbild am Himmel aus. 

 

In der griechisch-römischen Sagenwelt kennen wir Demeter als Göttin der Fruchtbarkeit. Ihre Tochter (Persephone) ist die Jungfrau dazu. Hades, der Gott der Unterwelt hatte sie entführt. Zeus hatte sie ihm als Frau versprochen. Demeter war darüber sehr traurig und erzürnt, so machte Zeus das Zugeständnis, dass Persephone zu ihrer Mutter zurückkehren konnte, allerdings nur für zwei Drittel des Jahres. Die restliche Zeit mußte sie zu Hades in die Unterwelt. Hält sich Persephone unter der Erde auf, wird es kalt und regnerisch, die Blätter fallen von den Bäumen und es beginnt zu schneien. Kommt sie zurück auf die Erde, wird alles grün, der Frühling beginnt.

Und an dieser Stelle das Bild gereicht - wenn das Sternbild der Jungfrau im Westen versinkt. - Und erinnerst du dich wann es wieder erscheint?  Die Antwort lautet: während der Rauhnachtszeit. Ist das nicht faszinierend?

Abschließend zur Kirchengeschichte: Meine Meinung ist ja, dass die Menschen erst dann ihre Bilder, Namen und Geschichten übernommen haben, als es (warum auch immer gelang) entweder mit genug Angst die Menschen zu manipulieren - aber v.a. auch als man sie von den heiligen Kräften der Natur, der Wesen entfernt hatte und die heiligen Stätten entsprechend vernichtet waren. Die Menschen von ihrer Natur getrennt hatte, in jedem Sinn dieser Worte. 

 

Die Tradition heute: Kräuterbuschen & Frauendreißiger

Das Fest von Maria Himmelfahrt hat seinen Ursprung wohl in all diesen Geschichten. Die nun folgenden 30 Tage sind im Brauchtum als Frauendreißiger bekannt. Das ist die Zeit zwischen den zwei Marien-Festen: "Maria Himmelfahrt" und "Maria Namen". Ein Marienmonat der Sommerzeit, das die Kirche so gelegt hat, kennt man Marienmonate ja auch über das Jahr. Auch kennt man für dieses Sommermonat das Kräuterweihegebet und die Kräuterweihe. Doch auch diese hat ihren Ursprung wohl in einer früheren Zeit, als dass die diese Sommerzeit sich ganz besonders zum Kräuter sammeln eignet, weil sie jetzt ihre höchste Heilkraft in sich tragen. 

Der Tradition nach werden jetzt Kräuter gesammelt und zu Kräuterbuschen gebunden. Je nach Region werden unterschiedliche Kräuter in den Buschen geflochten - zumeist vertreten sind jedoch Königskerze, Johanniskraut, Thymian, Salbei, Beifuß, Frauenmantel und Schafgarbe. Außerdem werden verschiedene Getreidesorten und zur optischen Verschönerung können noch diverse Gartenblumen als Zierde eingebunden werden. Für die Buschen kennt man im Brauchtum folgende Möglichkeiten für die Zahl an Kräutern: 

 

  • 7  ... entspricht der Anzahl der Schöpfungstage
  • 9  ... entspricht einem Vielfachen der Zahl der hl. Dreifaltigkeit (3 x 3 )
  • 12 .. entspricht der Anzahl der Apostel
  • 14 .. entspricht derZahl der Nothelfer
  • 24 .. entspricht einem Vielfachen der 12,  (2x 12) zwölf Stämme Israels aus dem alten Testament und der (2x12) zwölf Apostel Christi aus dem neuen Testament
  • 72 .. entspricht einem Vielfachen Zahl der Jünger Jesu (6x12)
  • 99 .. entspricht der  einem Vielfachen der Drei als Symbol der Dreifaltigkeit (3x33)

 

So bestehen traditionelle Kräuterbuschen meist aus einer Anzahl von 7, 9, 12, 14, 24, 72 oder 99 verschiedenen Pflanzen.

 

Die getrockneten Kräuter dienten früher als Hausapotheke für den Winter und auch heute noch verwendet man sie als Räucherware für die Rauhnächte. 

 

Vielleicht magst du an dieser Stelle nochmals reflektieren:

Gerade während der Rauhnächte haben wir auch "gesät". Und nun, Monate danach zeigt sich (hoffentlich) erste Ernte.

  • Welche "Saat" (deines Lebens)  kannst du nun  ernten?
  • Welche "Saat" gingt (noch) nicht auf?
  • Warum?  Liegt es an deinen Erwartungen?
  • Kam das Säen zu sehr aus dem Verstand und dem Wollen?
    (und beides sind ja Aspekte unseres inneres Kontrollmechanismuses)

Und als weiterer Impuls:

  • Wie sorgst denn du an "Heilkraft" vor für "spätere Zeit" - wenn es dann von dir gebraucht wird?

Anregung:

Um die weiblichen Energien auf einem Kraftplatz zu Hause zu verankern, habe ich hierfür einen ausgewählten Platz. Mein Marienaltar ist auch der Platz für gewisse Gebete und Rituale an die "große Himmelsmutter".

 

 

 

Du findest die Figur auch in meinem Shop

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Daniela Hutter

schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung. Es ist ihre Passion, alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.

 

Als Autorin schreibt Daniela Hutter für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher „Lass deine Träume wahr werden“ (2013) und „Den Tag mit Engeln beginnen“ (2008), „Mach dein Leben hell“ (2015), "Das Yin-Prinzip" (August 2016) sowie das Kartenset „Energien der neuen Zeit“ (2013) und "Karten der Weiblichkeit" (2017).

 

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Impulsgeberin für moderne Frauen

Daniela Hutter weiß was Frauen beschäftigt und kennt die zahlreichen Herausforderungen und Hürden, die das Leben lehrt und der Alltag bietet. Fernab von Dogmen und klassischem Feminismus ermutigt sie in ihrer Arbeit vor allem Frauen in Kontakt mit ihrem wahren FrauSein zu kommen und mutig den eigenen Weg zu gehen. Sie weist den Weg in das Innere und erinnert zugleich daran, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen.


Meine Arbeit ist in erster Linie den Frauen gewidmet.

Aus der Arbeit der letzten Jahre, dem Erleben, Erforschen und Begleiten durfte ein neues Buch entstehen: das Yin-Prinzip. Der dazugehörigen Ausbildungs- und Seminarreihe habe ich all mein Wissen gewidmet, welche ich an die Frauen weiterreichen möchte für eine neues Bewusstsein als Frauen der neuen Zeit. (mehr Info dazu >> hier )


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