Morgen ist ein neuer Tag

Daniela Hutter schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung, weibliche Spiritualität, Bewusstseinsentwicklung, Persönlichkeitsentwicklung und Achtsamkeit.

Es ist Abend. Ich liege mit Migräne im Bett. Die letzten Tage und Wochen  waren intensiv mit Arbeit angefüllt. Ich hatte ich mir zwar wohl zuletzt eine gemütliche Zeit verschrieben, ein bisschen arbeiten, ein bisschen Konzepte kreieren, spazieren gehen, den Körper verwöhnen. Die Vorsätze und Absichten waren gut. Doch manchmal macht man die Rechnung (scheinbar) ohne denWirt: mein Postfach zeigte  mehrere hundert Mails an, der Anrufbeantworter zig neue Nachrichten und der Verkauf im Onlineshop war auch sehr erfreulich. Viel an allen Enden. Die Freude über das eine bedeutet Arbeit auf der anderen Seite.

 

Und am Ende bin ich ein 1-Frau-Unternehmen. Bewusst gewählt, mit Vor- und Nachteilen.

Der heutige Tag kündigte sich also mit Stresspotential an.

 

SelbstliebeEinheit“ wird (wieder) auf den nächsten Tag verlegt

Und weil „Fleiß eine Tugend ist“ und leidlicherweise als Glaubenssatz ein mich steuerndes Handlungsmuster (ja ich weiß, #augenzwinker – das muss/will ich „jetzt“ aber nicht „transformieren“), krempelte ich meine Hemdsärmel auf, und begann zu arbeiten. Stundenlang. Konzentriert und fleißig, unentwegt, kaum mit Pause. So bin ich nun mal. Spaziergang, das Buch das ich lesen wollte, „SelbstliebeEinheit“ – dafür war am Ende des Tages kein Platz und wurde auf den nächsten Tag verlegt, vielleicht auch erst auf den übernächsten – mal sehen.

 

Bevor mich der Kopfschmerz endgültig stilllegte, wagte ich noch einen kurzen Blick in meine Facebook-Gruppe – dort berichtete eine Schreiberin Ähnliches. Sie hatte so gute Vorsätze für ihre Zeit nach dem Retreat gefasst. Sie hatte sich ihre Absichten ins Notizbuch notiert,  neue Affirmationen gewählt und war (scheinbar) gut gerüstet für die Zeit nach dem Retreat und ihre Vorsätze. Doch als die Urlaubszeit um war, sie wieder in ihr Arbeitsleben und ins Büro zurückkehrte, erwartete auch sie das Übliche: Chefin, Kollegin, Berge an Arbeit. Ihre Vorsätze schienen zunichte gemacht. Ihr Fazit: „Ich komme aus meiner Bubble zurück, lande im richtigen Leben, tschüß ihr guten Vorsätze! Ab heute darf ich mich von meiner Scheinwelt verabschieden“.

 

Wie ich nun so im Bett liege, das feuchte kühle Tuch auf der Stirn, um den Kopfschmerz zu lindern, fühle ich all diesen Gedanken nach:

  • Ist es tatsächlich eine Scheinwelt, wenn ich mir Vorsätze formuliere, meinen Alltag neu gestalten will?
  • Zeigt sich die Realität tatsächlich so unveränderbar?
  • Muss ich die Rahmenbedingungen meines Alltags einfach akzeptieren? Mich ergeben?
  • Oder braucht es den großen Ausstieg aus allem, damit sich mein Leben neu gestaltet?

Meine Gedanken drehen sich im Kreis, sie nerven mich und die Versuchung ist groß, dass ich in meinem Leiden die Opferrolle einnehme, mich umdrehe und schlafe. Auf eine Weise auch eine Flucht. Doch das entspricht so gar nicht meinem Naturell.

 

Ich spüre meinen inneren Widerstand, die innere Kämpferin, die für sich einsteht. Diesen Anteil von mir mag ich sehr – da hat Opferrolle einfach keine Chance und die Ausreden auch nicht. Mit meiner Freude über meine Kämpferin öffnet sich im Inneren ein Raum des Dialogs und es ist, als ob sie mir eine Botschaft überreicht:

 

So werde ich mir bewusst, dass mir meine neue Welt nicht auf dem Silbertablett serviert wird, nur weil ich mir Vorsätze vornehme. Es gilt die neuen Wünsche immerwieder wie goldene Fäden in die eigene Hand zu nehmen und dann ins Leben hinein zu verweben – das bedeutet nichts anderes, als in den Alltag, in das eigene Tun hin- einzuwirken. Nur wenn ich meinem Leben auch eine andere Gestaltung schenke, haben meine Vorsätze überhaupt eine Chance, umgesetzt zu werden. Und dann gilt es auch dranzubleiben, erst so verweben sich die goldenen Fäden des Neuen auch in eine neue Realität.

 

Das Dunkel meines Schlafzimmers und das feuchte Tuch auf der Stirn tun mir gut. Sie unterstützen mich in dem Moment, ganz bei mir zu sein, das Wahrnehmen meiner Selbst von äußeren Einflüssen zu lösen und mich selber fühlend besser zu spüren. Innere Bilder werden wieder klarer. Und plötzlich kann ich sehen und meinen Gedanken lauschen.

 

Die Fülle des Vorhandenen hat mich überrollt und gleichzeitig innerlich eine Trennung erschaffen, mir ist die innere Verbindung in einem unachtsamen Moment verloren gegangen. Stattdessen haben andere Mechanismen auf mich eingewirkt – auch eigentlich längst ausgediente Gedankenkonzepte.

 

Der Beitrag der anderen Frau wirkte dann wie ein Verstärker. Plötzlich spüre ich Müdigkeit, ich will einschlafen – und ein letzter Gedanke umarmt mich:

 

„Morgen ist ein neuer Tag. Und ich werde arbeiten – an den Rahmenbedingungen, damit meine Vorsätze wahr werden, denn ich bin es, die mein Leben gestaltet.“ 

 


 Der Artikel erschien zunächst als Artikel im Engelmagazin

 (c) copyright, auch auszugsweise ausschließlich unter der vorgegebenen vollständigen Quellenangabe 

Fotocredit: steffi fischer photography

 

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Du kommst alleine nicht vorwärts, manchmal hilft ein Begleiter für ein Stück des Weges ...

Daniela Hutter

schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung. Es ist ihre Passion, alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.

 

Als Autorin schreibt Daniela Hutter für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher „Lass deine Träume wahr werden“ (2013) und „Den Tag mit Engeln beginnen“ (2008), „Mach dein Leben hell“ (2015), "Das Yin-Prinzip" (August 2016) sowie das Kartenset „Energien der neuen Zeit“ (2013) und "Karten der Weiblichkeit" (2017).

 

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Impulsgeberin für moderne Frauen

Daniela Hutter weiß was Frauen beschäftigt und kennt die zahlreichen Herausforderungen und Hürden, die das Leben lehrt und der Alltag bietet. Fernab von Dogmen und klassischem Feminismus ermutigt sie in ihrer Arbeit vor allem Frauen in Kontakt mit ihrem wahren FrauSein zu kommen und mutig den eigenen Weg zu gehen. Sie weist den Weg in das Innere und erinnert zugleich daran, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen.


Gelingt es dir stets deine Vorsätze *einfach* umzusetzen?

Welches sind deine größten Herausforderungen dabei?

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