Dumm gelaufen. Weg(e) aus der BeziehungssackGasse

Das Yin-Prinzip zeigt Lösungswege in Themen von Beziehung und Partnerschaft.

Meine Freundin Sabine ist sehr wütend. Sie ist bitter enttäuscht von ihrem neuen Freund . Vor wenigen

Monaten noch war alles anders. Da war meine Freundin frisch verliebt in Heinz und der Himmel hing voller

Geigen. Sie ist für den Herzensmann von der Stadt aufs Land gezogen – und damit hat sich ihr Leben komplett verändert. Der neue Job ist weniger anspruchsvoll und weniger lukrativ. Heinz hingegen liebt seine Arbeit, macht Überstunden oder geht gerne mit seinen Kollegen auf ein Bier. Sabine langweilt sich – in der Arbeit und auch, wenn sie alleine in seiner Wohnung ist. Seine Wohnung, auch so ein Thema. Ihm gefällt sie, ihr nun eigentlich doch nicht mehr so gut. Dort und da möchte sie einiges verändern. Heinz will nichts verändern. Er spart auf ein neues Motorrad. Motorradausflüge mit seinen Kumpels sind ihm heilig. Sabine hat Angst vor dem Motorradfahren, Angst vor Geschwindigkeit und Angst um Heinz, wenn er damit unterwegs ist. Außerdem vermisst sie ihre Freundinnen. Sie fühlt sich oft einsam und es fehlen ihr die Menschen, die ihre Interessen teilen.

Dort in dem Ort kennt sie nur die Freunde von Heinz, und deren Frauen. Sie sind nett, doch so ganz anders als meine Freundin.

 

Sabine erzählt von der Schwiegermutter. Ihr Groll auf die Frau ist groß. Sie wohnt gleich nebenan und besucht Sabine stets ungefragt. Sie lädt sich ungefragt zum Kaffee ein oder bringt Essen, das Sabine nicht verträgt, aber

es ist Heinz’ Lieblingsessen. Meine Freundin vermutet darin einen unausgesprochenen Vorwurf, dass sie Heinz nicht gut genug bekocht. Außerdem sei die Schwiegermutter eifersüchtig auf sie, die neue Frau in Heinz’ Leben. Ihr wäre wohl recht, Sabine würde wieder in die Stadt und in ihr altes Leben zurückkehren. Sabine vermutet eine Taktik hinter dem Verhalten von Heinz’ Mutter.

 

Meine Freundin fühlt sich von Heinz in den Herausforderungen des neuen Lebens allein gelassen. Aus ihren Worten höre ich tiefe Enttäuschung. Sie war so voller Hoffnungen für ihr neues Leben gewesen. Jahrelang hat sie alleine gelebt, fühlte sich einsam und hoffte so sehr auf den Märchenprinzen, sein Schloss und auf lebenslanges Glück. Als sie Heinz kennenlernte, schienen ihre Träume wahr zu werden. Sie hatte es sich ausgemalt, wie sich alles nun verändern würde, freute sich auf das neue Leben – und nun platzen ihre Traumbilder wie

Seifenblasen. Ein neuer Alltag heißt sie unwillkommen. Sabine weint. Ich nehme sie in den Arm und schenke ihr Halt in ihrem Schmerz. Als ihr Weinen nachlässt, sie sich aus der Umarmung löst und mich ansieht, wage ich es zu sagen: „Du hast über so lange Zeit eine Erwartungshaltung aufgebaut – vermutlich kann sich das gar nicht erfüllen.“ Und schon schluchzt Sabine wieder …


Bedürftigkeit

Sabines Schmerz ist ein Resultat ihrer „Bedürftigkeit“. In ihrem Erleben der letzten Jahre definierte sie so vieles, was ihr fehlt. Sie war überzeugt, glücklicher zu sein, wenn sich ihre Wünsche erfüllen würden. Sie fixierte ihre Glückswerte außerhalb von sich: in einer anderen Person (Heinz) und an einem anderen „Ort“ (dem Zusammenleben mit Heinz). Weil sie daran glaubte, dass sie auf diese Weise glücklich werden wird, war sie bereit, alles dafür zu tun – ihr Leben komplett zu ändern. Unbewusst hat sie einen „Handel“ mit Heinz kreiert: „Ich ändere für dich mein Leben, gebe vieles auf – und du machst mich glücklich.“

 

Die Erwartungshaltung. Auf diese Weise hat sich Sabines Bedürftigkeit an eine Erwartung gekoppelt. Nicht nur, dass sich die Bilder, die sich Sabine ausmalte, erfüllen sollten – sondern im weiteren Sinn auch,

dass sich Heinz an diesen unausgesprochenen Handel hält, und alles dazu beiträgt, dass

Sabines Erwartung Wirklichkeit wird. Doch dann kommt Sabine im Alltag an. Sie muss erkennen, dass Heinz vom Handel nichts weiß und in dieser Weise auch nicht „zuständig“ ist. Es offenbart sich die Erkenntnis, dass

sich Sabines Wünsche und Träume nicht erfüllen können.

Die Projektion

Sabine realisiert, dass sie all ihre Wünsche ins Außen projiziert hat. Die Bilder, die sie kreiert hat, erfüllen sich nicht. Scheinbar hat sie sich getäuscht. Sabine muss die Bilder loslassen. Die Ent-Täuschung schmerzt und

für diesen Schmerz sucht sie erneut eine Ursache, will die Schuld zuweisen. Da ist Heinz, ihr Mann. Ihn liebt sie, ihm will sie nicht die Schuld zuschreiben. Deshalb ist es einfacher, die Schuld am Unglück anderen zuzuschreiben und als Projektionsfläche zu wählen: die Schwiegermutter, die langweilige Arbeit, Heinz‘

Motorradkumpanen und die fehlenden Freunde.

 

Zugleich festigt Sabine damit ihre eigene Opferrolle. Sabine und ich sind seit unseren Jugendjahren Freunde. Ich kenne viele Geschichten aus Sabines Leben und ich weiß auch um ihre Schwächen, weiß, wie sie tickt. Sabine hat

immer wieder versucht, zu flüchten, einfach neu zu beginnen. Andere Orte, andere Beziehungen, neue Jobs, immer wieder. Ungelöste Hausaufgaben der Seele hat sie sich ebenso (unbewusst) ins neue Leben mitge-nommen, wie den imaginären Rucksack ihrer ungelösten Themen. Und aus Selbstschutz schreibt sie die Probleme, die ihre Ursache in Sabines Vergangenheit haben, nun den Menschen in ihrem jetzigen Leben zu.


„Und nun?“, fragt mich Sabine ...

„Der Schmerz ist ein Geschenk, wenn du bereit bist, dir deine eigenen Widerstände bewusst zu machen.“ Widerstand ist jene Reaktion, in der wir uns erleben, wenn unser Lebensfluss scheinbar stagniert. Dann schlüpfen wir in die Opferrolle und suchen für unser Unglück einen Schuldigen im Außen. Und so hat der Schmerz weiterhin Bestand.

 

Wenn wir es aber wagen, die Verantwortung für uns selber zu übernehmen, dann ist Veränderung möglich. Jene Veränderung, die unsere Tiefe wählt, die uns hinführt zu uns selbst, uns frei macht vom Außen und den Gegebenheiten, und die unser Herz öffnet für die Liebe – denn bedingungslose Liebe ist „erwartungsfrei“ und schließt den Handel aus.

 

Und dann beginne ich mit Sabine Lösungsmöglichkeiten zu kreieren. Allen ist gemeinsam: Nur sie kann die Situation verändern! Genau dort, wo ihr ihr neues Leben (noch) nicht gefällt.


Ritual der Vergebung

Wenn wir im Alltag Situationen von emotionalem Schmerz oder Verletzungen erleben, ist Vergebung der wichtigste Schritt, um sich vom Widerstand zu lösen und sich wieder dem Lebensfluss hinzugeben. Beim Ritual der Vergebung werden alle Bindungen gelöst, „die nicht der Liebe dienen“, und auch der (zumeist unbewusste) Aspekt, den man selber zur Situation bzw. Auseinandersetzung beigetragen hat.

 

Liebe/r … (wende dich an die Person, die dich verletzt hat), ich vergebe dir von ganzem Herzen, für alles,

was ich glaube, dass du mir in diesem oder einem anderen Leben angetan hast. Ich bitte dich um Vergebung,

wenn ich in diesem oder einem anderen Leben etwas getan habe, das dich verletzt hat. Ich vergebe dir, da

ich weiß, dass wir auf einer anderen Ebene verabredet  hatten, genau diese Dinge zu lösen. Und ich vergebe

all den Situationen, die das erschaffen haben. Und ich vergebe mir, für die Rolle, die ich dabei gespielt habe.

Ich habe völlig vergeben. Danke, es ist getan. Amen.


Gebet für Situationen der Ent-Täuschung

In Situationen der Enttäuschung und des Schmerzes sind es Erzengel Cassiel und Erzengel Sandalphon, die unsere Tränen trocknen, den Schmerz (er)lösen und bei der Heilung unterstützen. Erzengel Cassiel, Erzengel Sandalphon ich bitte euch um eure Unterstützung. Das Erleben der Enttäuschung schmerzt. Scheinbar habe ich mich geirrt. Ich habe Bilder kreiert, die dem Leben nicht entsprechen. Bitte unterstützt mich darin, diese Bilder loszulassen und auch darin, den Sinn und die Bedeutung dieses Erlebens für mich zu erkennen. Ich will jede Schuldzuweisung loslassen und mich daran erinnern, dass alles Leben eine Erfahrung ist, die meiner Entwicklung dient. Die Aufgabe der Beteiligten ist es, dieses Erleben zu ermöglichen. Erinnert mich an das Licht und die Kraft der Liebe und verbindet mich wieder mit der Klarheit des Sehens und das Vertrauen für meinen Weg. Gelassenheit darf mein Begleiter sein. So wähle ich mit eurer Unterstützung die Tiefe meines Bewusstseins und das Erkennen des Lernendürfens für mein Wachsen.

So will es sein. So darf es sein. Amen.


"Das YIN-Prinzip" - richtet sich mit seinem Inhalt an die Frauen, und schenkt eine neue Betrachtungsweise hin zu allen Bereichen der weiblichen Themen des Alltags in Beziehung, Partnerschaft, Familie, Beruf. 


Es gibt Bücher, die dich auf eine Reise mitnehmen. Eine Reise zurück zu deiner Frauenkraft. Bücher, die dich berühren, weil sie nicht in Kommunikation mit deinem Ego treten, sondern direkt mit deiner Seele sprechen. Bücher, die durch ihre Worte augenblicklich deinen Horizont erweitern und Orte in dir selbst berühren, die neue Seinszustände des Fühlens und Denkens zum Erblühen bringen. Es gibt Bücher, die es nur einmal gibt und die deine Beziehung zu Weiblichkeit und Frau sein in der Tiefe transformieren werden. Das Yin Prinzip von Daniela Hutter ist eines dieser unvergesslichen Bücher für Frauen, die wahrlich in ihre Kraft kommen wollen. (Nives Gobo)

 

Du bekommst es in meinem OnlineShop 


Dieser Text erschien zunächst als Artikel im Engelmagazin 

 

(c) copyright, auch auszugsweise ausschließlich unter der vorgegebenen vollständigen Quellenangabe 

Fotocredit: shutterstock_562280959 


Follow on Bloglovin

Daniela Hutter

schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung. Es ist ihre Passion, alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.

Als Autorin schreibt Daniela Hutter für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher „Lass deine Träume wahr werden“ (2013) und „Den Tag mit Engeln beginnen“ (2008), sowie das Kartenset „Energien der neuen Zeit“ (2013), „Mach dein Leben hell“ (2015) und "Das Yin-Prinzip" (2016)

 

» Mehr Info zu Daniela Hutters Büchern 

 

Impulsgeberin für moderne Frauen

Daniela Hutter weiß was Frauen beschäftigt und kennt die zahlreichen Herausforderungen und Hürden, die das Leben lehrt und der Alltag bietet. Fernab von Dogmen und klassischem Feminismus ermutigt sie in ihrer Arbeit vor allem Frauen in Kontakt mit ihrem wahren FrauSein zu kommen und mutig den eigenen Weg zu gehen. Sie weist den Weg in das Innere und erinnert zugleich daran, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0