MutterSein ... eine Antwort der Liebe

Wir feiern nicht nur Muttertag. Dieser Tage hätte meine Mama auch Geburtstag gehabt, ihren 69. Seit vielen Jahren ist sie nicht mehr. Viel zu jung ist sie gestorben. 

 

Lange musste ich suchen, bis ich dieses Foto fand. Es gibt kaum Fotos von uns beiden. In meinen ersten beiden Lebensjahren, gibt es einige wenige. Es war damals nicht so üblich, dass man zahlreich fotografiert.

 

Als ich ungefähr zwei Jahre alt war hat man mit dem Fotografieren anscheinend aufgehört. In etwa zeitgleich als meine Eltern begannen Probleme mit sich zu haben. Obwohl später noch mein Bruder geboren wurde, das Glück ihrer Liebe kam mit seiner Geburt nicht zurück.

Niemand hat mich je so verletzt wie Du.

Das Unglück ihrer Ehe schrieb sie irgendwann mir zu. Ohne mich hätte sie damals nicht geheiratet. Ohne Ehe wäre sie nicht unglücklich geworden. Ohne Unglück keine Krankheit. Mag sein, dass ihre unglückliche Ehe, ihre spitzen Anspielungen und subtilen Schuldzuweisungen dazu beitrugen, dass wir einander irgendwann losgelassen haben. Im Loslassen (vielleicht) einen (vermeintlichen) Graben aufgerissen haben, zwischen uns.

 

Ich war noch Kind. Meine Mutter und ich, wir hatten kein  besonderes Verhältnis, vielmehr - wir hatten dann nicht mal ein Verhältnis. Da war einfach nichts. In unbedachten Momenten war ich auch gekränkt ob ihrer Aussagen. Vermutlich auch sie von mir.

 

Du hast mir deine Liebe entzogen. 

Du hast mich beschuldigt, dafür dass ich geboren bin, dafür dass ich lebe.

 

Eine Astrologin sagte mir viele Jahre später, ich sei ein Kuckuckskind, zufällig reingeplumpst in die Konstellation dieser Eltern. Dies schien mir plausibel und ich habe diese Erklärung für mich übernommen. Glaubte zu verstehen, war mit der Situation in Frieden.

 

Vor fünf Jahren Jahr ist meine Oma gestorben, die Mutter meiner Mutter. Auch wir hatten kein Verhältnis, aus selbigen Gründen. Und auch damit war ich in Frieden. Über sehr viele Jahre.

Du, deine Mutter und ich. Wir begegnen einander als Ahninnen.

 

 

 Spürbar über die Zeit war immer mehr - und es ist ganz klar: ich habe einen neuen Platz.  Nach dem Tod meiner Großmutter mütterlicherseits, hat sich die Linie verändert.

 

Die Ahnenreihe definiert sich neu. Ich bin nun jene aus dieser mütterlichen weiblichen Linie, die Einzige, die Älteste. Ich führe die familiäre Linie hier auf Erden an, dies für meine Tochter. Ich bin es, die die Weise ist, die die Alte ist. Und plötzlich sind mir die beiden wieder sehr nah: Mutter und Großmutter.

 

Vielleicht auch, weil die universelle Großmutter ihren Platz nun auch mit mir teilt.

 

Und ich bin den Spuren der beiden Frauen gefolgt. Jenen Spuren in meinem Herzen. Und ich durfte entdeckten, es ist nicht spurlos. Ich fühle ein tiefe Verbindung zu diesen beiden Frauen und ich nehme ihre Verbindung als ebensolche zu mir wahr. Da ist nichts, außer Liebe. All das was im Alltäglichen gelebt und gesagt wurde, was passiert ist - es ist eine Kreation auf menschlicher Ebene gewesen. Allesamt haben wir es nicht besser gewusst, gekonnt, verstanden und gelebt.

Ich spüre die Liebe unserer Seelen. Es braucht keine Vergebung, kein aktives Zutun. Ein einfaches sich (wieder)Öffnen der Liebe ist ausREICHend und ich erlaube mir die Liebe zu fühlen in meiner weiblichen Ahnenlinie und allen voran für meine Mutter und meine Großmutter. Ich bin dankbar für dieses Geschenk und den Segen, welches mir meine weise Seele ermöglicht und meinem Herzen, dass es stets bereits ist, die Türen zu öffnen - mit einem einfachen JA.

 

Warum ich Euch das erzähle, so persönliches? Ganz einfach. Ich möchte euch Inspiration sein, denn es gibt im Leben immer die Möglichkeit für noch me(e)hr Glück, noch me(e)hr Liebe. Weg und Gelegenheit, "noch freier zu werden" von alledem was uns bindet, und in dieser Freiheit tauchen wir ein in die Liebe und schöpfen aus ihr für unser Leben. Es braucht nur dieses "JA, ich will" im Augenblick des Jetzt und ein Lösen aus den Kreationen des Verstandes.

Und als Kuckuckskind fühle ich mich heute nicht mehr. Ich fühle mich geliebt, von meiner Mutter und meiner Großmutter. Auch von meinem Vater - aber das ist eine andere Lebensgeschichte.

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Daniela Hutter

schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung. Es ist ihre Passion, alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.

 

Als Autorin schreibt Daniela Hutter für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher „Lass deine Träume wahr werden“ (2013) und „Den Tag mit Engeln beginnen“ (2008), „Mach dein Leben hell“ (2015), "Das Yin-Prinzip" (August 2016) sowie das Kartenset „Energien der neuen Zeit“ (2013) und "Karten der Weiblichkeit" (2017).

 

» Mehr Info zu Daniela Hutters Büchern 

 

Impulsgeberin für moderne Frauen

Daniela Hutter weiß was Frauen beschäftigt und kennt die zahlreichen Herausforderungen und Hürden, die das Leben lehrt und der Alltag bietet. Fernab von Dogmen und klassischem Feminismus ermutigt sie in ihrer Arbeit vor allem Frauen in Kontakt mit ihrem wahren FrauSein zu kommen und mutig den eigenen Weg zu gehen. Sie weist den Weg in das Innere und erinnert zugleich daran, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen.

Ich freu wenn ihr auch eure Gedanken mit mir teilt

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Kommentare: 7
  • #1

    Petra (Dienstag, 21 Mai 2019 13:43)

    Sehr berührend! Danke ❤

  • #2

    Sabine (Dienstag, 21 Mai 2019 18:37)

    Danke, deine Geschichte hat mich sehr berührt.

  • #3

    Martha (Dienstag, 21 Mai 2019 19:54)

    Danke für deine Geschichte. Auch ich habe viel über meine Mutter nachgedacht und nach ihrem Tod bereut, dass ich Sie in den letzten Monaten nicht öfters besucht und begleitet habe. Habe jahrelang um Ihre liebe gekämpft und mit 20 Jahren habe ich endgültig begriffen, dass ich nicht willkommen war. Als ich 6 Jahre war, durfte ich zurück zu meinen Eltern und meinen 4 Geschwister. Als die jüngste Schwester das Licht der Welt erblickte musste ich wieder das Elternhaus verlassen, da war ich gerade mal 10 Jahre alt . Mit 6 Jahren

  • #4

    Daniela (Donnerstag, 23 Mai 2019 10:40)

    liebe Daniela,
    deine Worte wirken, es ging mir ähnlich wie dir,
    bin die älteste, musste schon früh erwachsen werden,
    am Sterbebett habe ich meiner Mutter verziehen u mir damit auch (da war ich 21J u sie 42J ) dass sie sich von mir u ich mich später von ihr abgewandt hatte, sie gab mir
    soviel es ging, es reichte für den eigenen Weg zu gehen.
    Ihre Mutter ist wohl sehr früh verstorben (da war sie erst 14J) so viel dazu.
    Heute bin ich selbst Mutter, habe Respekt davor was sie geleistet u vor allem bin ich
    meiner Mutter sehr dankbar für das Leben das sie mir geschenkt hat u für vieles mehr.
    Ich weiß ja, dass ich ein Kind der Liebe bin,
    sonst wäre mein Vater nicht bei ihr geblieben, aber was solls, die beiden sind kurz nacheinander gestorben für mich war das eine Erkenntnis das war eine ganz besondere Verbindung trotz der ganzen Umstände.
    Heute sage ich, es hat mich stark gemacht.
    Ich habe so viel bekommen, dass ich das Glück habe
    selbst Mutter sein zu dürfen, so will ich meiner Tochter die Mutter sein, die ich mir immer gewünscht habe,
    u es geht mal besser mal schlechter aber immer mit der Gewissheit, dass ich die Ahnen an meiner Seite habe.
    Daniela, ich finde deine Arbeit gut, denn ich habe auch die Erfahrung machen dürfen, dass es mit Frauen, die eher das männliche Prinzip leben, verdammt schwer ist zu arbeiten u da schließe ich mich mit ein.
    Auch ich lerne noch dazu sogar von den jungen Mädels auf der Arbeit �

    Deine Artikeln sind eine Inspiration
    Alles Liebe! ❤️ ☀️�
    Daniela

  • #5

    Daniela (Donnerstag, 23 Mai 2019 10:45)

    Danke!!!

  • #6

    Margit (Donnerstag, 23 Mai 2019 12:06)

    Deine Geschichte deine Gedanken haben mich sehr berührt.
    Mir geht/ging es ähnlich.
    Aufgewachsen bei meinen Tanten,dann wieder bei meiner Mutter.Beim Schreiben fällt mir auf ich kann sie noch immer nicht Mama nennen.Meine Mutter lebt seit einem Jahr im Altenheim.Schuldzuweisungen ,Anklagen und ich habe keine Tochter mehr..........bis vor einem Monat wo ich angefangen habe alle Klagen anzunehmen......und einfach das mit meiner Mutter zu machen was ich mir von ihr gewünscht hätte.....streicheln und einfach im Arm halten und erzählen. Das Verhalten meiner Mutter ist unverändert, aber mir geht es besser.
    Danke !
    Lg.Margit

  • #7

    Nicole (Donnerstag, 23 Mai 2019 20:58)

    Danke für das Teilen und Vertrauen. Danke. Es berührt mich. Auch ich habe mich geöffnet und die Familienkreise angesehen, Ketten durchtrennt, Kreise geschlossen. Lieben Dank Dir.