Ein Appell gegen das weibliche Multitasking

© Thodoris Tibilis - Fotolia.com

Frauen wird oft nachgesagt, sie können mehrere Dinge gleichzeitig tun, und dies viel besser als die Männer. Damit wird sogleich ein Geschlechterklischee bedient und viele Frauen fühlen sich direkt herausgefordert dies im Alltag bei jeder Gelegenheit auch zu beweisen, entsprechend auf highlevel Potential es zu exerzieren und sind dementsprechend stolz auf sich. Ein gängiges Bild zu diesem Klischee ist die junge Mutter, die ihr Kind im Blick hat, Essen kocht, das Bügeleisen in der Hand,  telefoniert und am besten gleichzeitig noch ihre Arbeitstermine für den kommenden Tag managt.

Viele Frauen haben dieses Bild für sich übernommen. Ich bin der Meinung die Ursache kommt aus dem Bedürfnis der Anerkennung und dem dazugehörigen Muster "Leisten um geliebt zu weden, Leistung im Austausch für Anerkennung".

 

In meiner Arbeit als Coach habe ich oft verzweifelte Frauen gegenüber, die sich völlig erschöpft fühlen und dazu auch noch minderwertig, weil sie "nicht so viel auf die Reihe kriegen". Manch eine schielt sogar zu mir und meint: "Daniela, wie schaffst DU all das .. ?".

 

Ehrliche Antwort? Ich bin auch oft erschöpft. Allerdings habe ich erkannt, dass die Erschöpfung weniger im vielen liegt, als darin dass man irgendwie "alles auf einmal" schaffen will, "alles auf einmal" tun will, "alles auf einmal" will.

 

Die Wissenschaft erklärt uns ja, dass das menschliche Gehirn da gar nicht mitmacht und dass es  gar kein Multitasking gibt. Die scheinbare Eigenschaft mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, ist lediglich ein sehr schnelles Umschalten zwischen zwei oder mehr Tätigkeiten, als dass wir selbst wahrnehmen zu meinen, wir tun's gleichzeitig.

 

Ich gehe jetzt noch einen Schritt weiter und meine - (auch scheinbares) Multitasking ist schädlich für die Frau, denn es widerspricht ihrer wahren Natur. 

 

Fühlen ist essentielles Grundbedürfnis des Weiblichen: Fühlen wie fühlt sich dieses oder jenes des Außen für mich selbst in meinem Innen an - und dieses innere Gefühl ist es, dass uns über den Weg der Intuition antwortet, wieder auf der Ebene des Fühlens.

 

Doch Fühlen können wir nicht gleichzeitig. Im Fühlen sind wir immer im jetztigen Moment, bei einer Sache, augenblichen - hier und jetzt. Eins nach dem anderen.

 

Handeln wir wider unserer (weiblichen) Natur, zB in dem wir viele Tätigkeiten zeitgleich machen, unsere Aufmerksamkeit splitten, von hier nach dort und drüben, dieses und jenes beginnen, dann sperren wir uns diesem eigenen Mikromoment, der uns das Fühlen erlaubt und ermöglicht ganz hier und jetzt zu sein, für diesen Mikromoment. Energie fließt nicht länger sondern blockiert. Möglicherweise halten wir auch den Atem an und erleben uns atemlos, hechelnd, herzklopfend - also ob wir einen Sprint hingelegt hätten.

Unser Energiesystem zapft die Reserve an, und irgenwann geht auch die zur Neige - und wir fühlen uns erschöpft und können nicht mehr. Und auch das ist wissenschaftlich bewiesen: (scheinbares) Mutlitasking führt zu einem Leistungsabfall, weil das Gehirn rasant zwischen den Tätigkeiten hin und her wechselt und letztlich bekommt man nur jeweils die Hälfte des jeweiligen Tuns mit. Und so gesellt sich zur Erschöpfung auch die Unsicherheit.

 

Deshalb an dieser Stelle erlaubt euch - eins nach dem anderen zu tun. Und erlaubt es auch den anderen, schenkt ihnen die Geduld dafür, bis sie mit einer Sache fertig sind und dann mit ganzer Aufmerksamkeit für Euch da sein können. In diesem Umdenken und neu Handeln liegt ein großes Geschenk für uns alle.

 

Follow on Bloglovin

das könnte dich auch interessieren:
(mit einem Klick auf's Bild geht's weiter)

Ich freue mich, wenn du auch für mich schreibst ..