Nenn es doch beim Namen, laut!

 #65945091 fotolia Subbotina Anna
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In meinen vielen Begegnungen mit spirituellen Menschen höre ich oft Sätze wie „ich darf das noch loslassen“ – fast hingehaucht. Oder: „Ich arbeite noch daran, es loszulassen“. Wieder hingehaucht ...


Wisst ihr was? Wir dürfen es wagen, die Dinge beim Namen zu nennen. Laut und deutlich. Das Leben ist nicht immer sanft zu uns. Und unser Umfeld auch nicht. Und es ist nur allzu menschlich, wenn uns davon innerlich heiß wird, wenn Emotionen brodeln und hochkochen. Dazu passt nichts „sanftes, elegantes, engelsgleiches Hingehauchtes.“


Und schon gar nicht müssen wir immer an irgendetwas arbeiten. Tage können zum „K...otzen“ sein und Situationen sich „besch…issen“ anfühlen. Das ist nun mal so. So zeigt sich das Leben eben, oft mehr irdisch als himmlisch. Nennen

wir es doch beim Namen!

Manchmal ist mir in der spirituellen Szene einfach zu viel Gesülze. Ja, ich wage es, das so zu sagen. Das Engelhafte und Hingehauchte hat nämlich einen ganz verführerischen Aspekt. Unangenehme Gefühle und Emotionen unge-schminkt auszudrücken, mag scheinbar nicht in das Bild einer gelassen spirituellen Haltung passen.

 

Unsere spirituelle Haltung verführt uns dazu, uns „unpassend“ scheinende Gefühle zu schönen. Wir nennen sie nicht beim Namen, lieber wollen wir „daran arbeiten“ und sie loslassen. Das Problem dabei ist nur: Oft wollen uns diese Gefühle nicht loslassen, solange wir sie unterdrücken.

 

Mit unserer permanenten Ich-lasse-los-Haltung neigen wir dazu, alles mit uns selbst auszumachen und auch die Verantwortung immer ausschließlich bei uns selbst zu suchen. Ich halte das für eine subtile Flucht-Strategie, die in den meisten Fällen unsere Probleme nicht wirklich lösen kann. Dies ist der Grund, warum ich in meinen Seminaren und Coachings die Menschen stets ermutige, die Dinge beim Namen zu nennen – und durchaus auch mal kräftige Worte dafür zu verwenden.


Nehmen wir an, eine Situation macht uns wütend. Wenn wir die Wut mit einem Ritual (nur) loslassen wollen, oder mithilfe ganzheitlicher Technik (einfach nur) transformieren, sind wir zu oft geneigt, einfach nicht genau hinzusehen. Was steckt dahinter? Möglicherweise ist es das Bedürfnis nach spiritueller Anerkennung . Loslassen und Transformation sind mittlerweile so etwas wie spirituelle Patentrezepte.

 

Ich sehe es etwas anders, ich sage: Lass es erst raus, bevor du loslässt! Erst wenn wir „rauslassen“, entsteht der freie Raum, in dem das Neue lebendig werden kann. Wenn wir die Gefühle und Emotionen für uns behalten, um damit zu arbeiten, besteht die Gefahr, dass wir uns damit innerlich verschließen. Wenn wir unsere Gefühle nicht deutlich zeigen, wirken wir nach außen logischer

Weise unnahbar und emotionslos. Missverständnisse entstehen und diese stehen uns in den Beziehungen mit Partner, Freunden, und Kollegen im Weg.

 

Deshalb noch einmal: Zeigen wir unsere Gefühle, unübersehbar und unüberhörbar! Hier biete ich Möglichkeiten an, Gefühle erfolgreich rauszulassen –und damit vermutlich auch „sein“ zu lassen, vielleicht sogar loszulassen. Das wird sich zeigen. Freier Raum entsteht auf jeden Fall, ich garantiere es.

 

 


dieser Artikel erschien im Engelmagazin. Du kannst ihn hier downloaden und findest darin auch Rituale und Übungen ... um den Emotionen Ausdruck zu schenken und sie beim Namen zu nennen. 

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Nenn es doch beim Namen - laut!
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Daniela Hutter schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung, es ist ihre Passion alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.

Als Autorin schreibt sie für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher Lass deine Träume wahr werden (2013) und Den Tag mit Engeln beginnen (2008), sowie das Kartenset Energien der neuen Zeit(2013). Ihr neuestes Buch "Mach dein Leben hell" erscheint 2015.

mehr Info zu den Büchern >> hier

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Kommentare: 9
  • #1

    Felix H. (Freitag, 01 Mai 2015 05:43)

    Aber wie will man denn eine schlechte Emotion loswerden, ohne zu wissen, woher sie kommt? Di Emotion kommt doch sonst wieder. Sollte man nicht ihre Ursachen ergründen?

  • #2

    Sonja (Sonntag, 03 Mai 2015 12:59)

    Ja, so empfinde ich auch. Ich glaube, dass jede Emotion weder schlecht noch gut ist. Es sind Emotionen und ich fühle mich nicht mehr oder weniger spirituell, wenn ich wütend bin. Ich dachte früher, dass wenn ich keine Wut oder keinen Neid oder ... fühle, ich perfekter bin. Inzwischen weiss ich, dass es gar nicht darum geht perfekt zu sein, denn das bin ich schon. Ich habe für mich in meinem Leben erkannt, dass es mir ums Leben geht, dass ich das Leben hier auf Erden unendlich liebe. Dazu gehört es auch wütend zu sein. Diese Wut zu fühlen gehört zum Leben für mich.

  • #3

    Sabine Widi-Tessler (Mittwoch, 06 Mai 2015 07:01)

    Liebe Daniela, du sprichst mir aus der Seele! Denn, ich lebe seit 10 Wochen in einem durch Wasserschaden verschimmelten Haus. Ich bin wütend, ohnmächtig, zutiefst verzweifelt und der Zustand ist einer der beschissendsten meines Lebens. Die Versicherung zahlt nicht, ich muss vor Gericht gehen und gestern hat mein Herzensfreund, der gleichzeitig Baumeister ist, ein weiteres Gutachten angefordert.Man hat dabei festgestellt, dass in meinem Fundament Wasser steht. Woher, weiß derzeit kein Mensch, obwohl bereits 3 Gutachter da waren! Das Haus ist 5 Jahre alt und neu gebaut worden. Ich bin sehr, sehr wütend und ich habe das Gefühl, ich müsse explodieren. Dennoch, ich muss mich zusammenreißen, weil ich ansonsten den Überblick verliere... Es ist ein absolut sche...Zustand! Aber danke, dass ich das hier äußern darf ;-)

  • #4

    Edeltraud (Mittwoch, 06 Mai 2015 07:51)

    Auf den Punkt gebracht!
    "Wut ist das ehrlichste Gebet"!

  • #5

    Nicole (Mittwoch, 06 Mai 2015 08:11)

    "Manchmal ist mir in der spirituellen Szene einfach zu viel Gesülze."
    Liebe Frau Hutter, für diesen Satz müsste ich eigentlich einen Kniefall vor Ihnen machen. Ich dachte schon, ich stehe mit dieser Meinung allein auf weiter Flur. ;)

  • #6

    Kerstin (Mittwoch, 06 Mai 2015 09:03)

    Liebe Daniela, deine Worte sind so treffend und wohltuend! Ich habe versucht, meine Emotionen und schlechten Gefühle "weg zu meditieren", weil ich keine schlechten Eindrücke hinterlassen wollte. Doch stelle ich fest, dass ich mich lebendiger fühle, wenn ich mich mal "äußere". Ich mag auch spirituelle Menschen, die "lebendig" sind. Zum Schluss kann man doch auch mal über die "Ausbrüche" lachen und fühlt sich noch freier. Spirituelle Menschen, die mir mit einem sanften Lächeln auf den Lippen zuhören und sich selbst nicht äußern, irritieren mich. LG Kerstin

  • #7

    elfriede thurner (Mittwoch, 06 Mai 2015)

    Die Wahrheit wird euch frei machen .Klar und wahr sei eure Rede ein Ja ein Ja und ein Nein ein Nein.Ich bin dankbar für Menschen die mich aushalten wenn ich meine Sicht der Dinge sage ,nur so ist Vielfalt möglich.Wenn ich nur sage was anderen gefällt bleibe ich nicht bei mir.Ich mag auch Menschen die ehrlich sind ,da weiß ich woran ich bin.Danke Daniela für deine inspirierenden Beiträge sie regen mich immer zum Nachdenken an

  • #8

    Anna Peters (Mittwoch, 06 Mai 2015 19:05)

    Wir sind alle Seelen, die (z.B.) in menschlichen Körpern (oder anderswo) Erfahrungen sammeln, welches man auch LEBEN nennt. Ich lasse mir von KEINEM vorschreiben, WAS ICH zu tun oder zu lassen habe(solange ich natürlich keinem schade). Ich höre auf meine innere Stimme. ICH hab die Erfahrung gemacht, dass ich MICH besser fühle, wenn ich leiser werde. Dann höre ich mich besser. Ich bin sehr hellfühlig (geworden). Wer seinen Frust aber rauslassen will, oder muss, der soll das ruhig tun. Ich persönlich habe nichts mit Engel-Figürchen oder Kartendecks u.ä. am Hute. Mancher braucht diese Hilfsmittel aber + das ist auch in Ordnung so. Ich bin mein eigener Guru + bin auf dem Weg nachhause ♥

  • #9

    Silvia (Freitag, 24 Juli 2015 23:11)

    Liebe Nicole, ich musste sehr schmunzeln als ich deine Zeilen las und dachte , das hätte ich auch schreiben können. :-)
    Ich habe zur Zeit einige "Spirituelle Menschen" um mich und ich werde den Eindruck nicht los, dass es auch sehr unehrlich unter ihnen zu geht. Nur diesmal mit einer anderen Überschrift.