Die Religion der Menschlichkeit

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Es gibt immerwieder Ereignisse, die lassen mich ganz still werden, gerade dann, wenn ich mich in "spirituellen Kreisen" bewege und erkennen darf "da ist es auch nicht anders als in der normalen Welt". 


Das darf so sein. Spirituell oder nicht. Wir sind Menschen, menschlich mit Schwächen, menschlich mit Fehlern.


Auch in der internetten Welt werde ich oft ganz ruhig. Mit Sprüchen sind wir allesamt "toll". Facebookwelt, Pinterest, Twitter .. sind voll davon. Lebensweisheiten zum Tage. Leider beinhalten sie oft mehr stagnierende Weisheit als gelebtes Leben. 


"Ich schick dir ganz viel Licht" - aber sind wir uns mal ehrlich, würden "zupackende Hände oftmals nicht hilfreicher sein?". Und wie oft darf man "unachtsame Kommunikation, verletzende Kommentare, zynische Witze" beobachten? .. wir alle tragen dazu bei - ich nehme mich nicht aus.

Oder zu aktuellen Themen. Ich meine, im Kreis meiner "Freunde der internetten Welt" bewusste Menschen zu finden, die sich für Spiritualität interessieren. Warum sonst sollten sie "mir folgen" (neudeutsch: Followers).


Und dann nimmt es mir manchmal den Atem, wenn ich Statements entdecke und lese, hin zur Problematik von Ausländern, von Flüchtlingen oder anderen Themen des Alltags. Da ist's oftmals bald vorbei mit "Licht & Liebe".


So viel ist zu lesen von neuem Bewusstsein, Aufstiegsprozess, Einheitsbewusstsein. Doch wenn ich mich umsehe im Alltag, frage ich mich oft, wie und wo leben wir denn das (wirklich) ? .. Uns stetig auf Entwicklung und Lernaufgaben hinzuweisen (auszureden, im Sinne von "Ausrede") erscheint mir "zu leicht".


Lasst uns doch im Alltag beginnen - dort ein Lächeln, da ein Gespräch, ein Bitte, ein Danke, ein Blick in die Augen, Zeit für ein Gespräch, eine Essenseinladung, ein Brief, unvermutete Unterstützung anbieten oder eine Einladung an einen Menschen für ein Willkommen in einem Kreis, wo er gerne dabei wäre (es sich aber nicht leisten kann - so zuletzt erlebt auf einer "spirituellen Veranstaltung", wo dies erst mit nachdrücklicher Intervention möglich war). Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig.

Unser aller Leben ruft nach einem neuen Miteinander  - dies als Dienst an die Menschheit und hin als Religion der Mitmenschlichkeit. Dazu bietet es ununterbrochen Möglichkeiten an, es wahrlich auch zu leben. Es braucht nur offene Augen, einen wachen Geist - und vor allem ein offenes Herz.


Doch manchmal gibt es auch anderes. Habt Ihr schon von Kai-Erich Fitzner gehört? Sein Schicksal bewegt aktuell die Menschen. Anfang Mai erlitt er einen schwerzen Herzinfarkt, liegt im Koma - und man weiß nicht wie's weitergeht. Seine Familie hat nicht nur mit dieser Angst zu leben, auch mit ziemlichen finanziellen Problemen zu kämpfen.

Der Kreis der internetten Freunde hat zusammengehalten, und dazu aufgerufen das Buch zu kaufen, viele haben es bestellt. Innerhalb kurzer Zeit war das Buch auf Nr. 1 bei Amazon. Und Amazon hat auf seine Vertriebsgebühr verzichtet, der ganze Erlös geht direkt an die Familie.

 

Die Geschichte von Kai Eric Fitzner und die verschiedenen Hilfsaktionen machen in der Welt von Social Media unter dem Hashtag #einBuchfuerKai die Runde.


Abgesehen vom Verkaufserlös ist es auch die Welle der Energie, die ihn und seine Familie unterstützen soll.  Der wahre Prozess der Veränderung, von dem gerade wir der spirituellen Szene so gerne sprechen, bewegt sich immer erst dann wenn wir Handlung & Energie zusammenbringen - dann erst ist es "gelebtes Einheitsbewusstsein".

 

Mir macht das Mut. Deshalb schreibe ich davon. Unser aller Weg wird uns aufgezeigt von dem was wir wahrlich leben. Das war Intention unserer Seele für diese Inkarnation. Neues Menschliches Leben (er)leben und erfahren - und nicht sich in spirituellen Worten, Philosophien und Ritualen verlieren. Es ist der Alltag, der uns ruft - für die Tiefe des Neuen. Es braucht unseren Beitrag, dazu haben wir ja gesagt

 

Es liegt in den Kleinigkeiten des Tuns als Schatz geborgen. Lasst uns davon einander erzählen, lasst uns einander inspirieren - für mehr Mitmenschlichkeit.

 

Deshalb erzähle ich euch an dieser Stelle 

 

  • von der Freundin, die immer dann Briefe schickt, wenn ein Herz sich vor Schmerz schließt, und die Welle der Liebe es unmittelbar wieder öffnen lässt
  • oder von der Freundin, die mit ihrem "Einkauf" einer anderen Freundin finanzielle Unterstützung zukommen lässt, damit sie sich einen Traum verwirklichen kann
  • oder von der Freundin und ihrem Kreis, die benachteiligten Menschen Sponsoren für Operationen suchen, Heimat im Kreis ihrer Familie anbieten um ein gesundes Leben zu ermöglichen
  • oder von der Freundin, die ihre Arbeit *kostenfrei* für die traurigsten Momente des Lebens anbietet, damit die Menschen Trauer heilsam verarbeiten können
  • oder von der Familie die seit Jahrzehnten ein Projekt in Südamerika finanziell ermöglicht und selbst auf alle Urlaube und Freizeit verzichtet ..
  • oder von der Mutter die das Kind der Bekannten stets mit nach Hause nimmt, weil jene nicht wüsste, wie die Nachmittagsbetreuung organisieren
  • oder von der Frau die regelmässig ins Altersheim geht um vorzulesen ..
  • ... u.v.a. mehr


Ich weiß um so viele, meine Liste würde lang werden, doch "lang" ist nie lang genug. Es braucht ein neues Miteinander. Lasst es uns leben, gemeinsam.

 

Denn in der Mitmenschlichkeit erkenne ich die wahre Religion ebenso, wie das gelebte Einheitsbewusstsein .. und darin erst "Energien der neuen Zeit".

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Daniela Hutter schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung, es ist ihre Passion alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.

Als Autorin schreibt sie für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher Lass deine Träume wahr werden (2013) und Den Tag mit Engeln beginnen (2008), sowie das Kartenset Energien der neuen Zeit(2013). Ihr neuestes Buch "Mach dein Leben hell" erscheint 2015.

mehr Info zu den Büchern >> hier

Erzähl uns auch vom neuen Miteinander, als dass wir einander Mut machen .. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Eva (Dienstag, 26 Mai 2015 08:58)

    Liebe Daniela du sprichst mir aus dem Herzen....
    Ich arbeite mit Menschen die alters- oder krankheitsbedingt an ihrem Lebensende stehen, das erdet mich immer wieder neu und für diese Erfahrung bin ich unendlich dankbar. Manchmal habe ich das Gefühl, dass gewisse "spirituelle" Menschen auf einer Wolke sitzen, fernab von Menschen die durch Krieg, Hunger, Verluste, Schmerz und vieles mehr traumatisch geprägt sind.
    Danke für deine immer wieder aufrüttelnde und inspirierenden Texte.
    ALLES LIEBE FÜR DICH

  • #2

    Yvonne (Dienstag, 26 Mai 2015 15:03)

    Danke fürs Teilen Deiner Gedanken...das ist so wahr! <3

    Love, Angelhugs & Fairydust

    Yvonne <3