der weibliche Weg der Heilung führt nicht am ROT vorbei ... 

(c) Kiran Gandhi
(c) Kiran Gandhi

   


London-Marathon. Kiran Gandhi entschloss sich dazu, ihr Menstruationsblut beim Laufen frei laufen zu lassen. Sie trug bewusst kein Hygieneprodukt, um die Regelblutung aufzufangen. Sie möchte aufmerksam machen, dass noch immer viel zu viele Frauen sich  für ihre Periode nicht schämen - oder gar diskriminiert werden.


In ihrem Blog schrieb die 26-Jährige Harvard-Absolventin: "Als ich rannte, musste ich daran denken, wie Frauen und Männer gleichermaßen dazu sozialisiert werden, dass die Menstruation praktisch nicht existent ist. Diese etablierte Norm des Periodenschämens hindert die Gesellschaft daran, an einem Erlebnis teilzuhaben, das 50 Prozent der menschlichen Population monatlich miteinander teilen. Indem man es erschwert, darüber zu sprechen, können wir unseren Schmerz während der Arbeit nicht zum Ausdruck bringen.

 

(c) Kiran Gandhi
(c) Kiran Gandhi

Sie schrieb weiter: "Wir ignorieren die Tatsache, dass es einen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt, der gesellschaftlich anerkannt und akzeptiert werden muss.

 

Indem es still und leise abzulaufen hat, werden Frauen dazu getrimmt, sich nicht zu beschweren oder über ihre körperlichen Funktionen zu sprechen, denn keiner kann sehen, was passiert. Und wenn man es nicht sehen kann, ist es wahrscheinlich 'kein großes Ding'. Warum das so wichtig ist? Weil es passiert und zwar jetzt."

 

Gandhi wünscht sich, dass Frauen auf der ganzen Welt, stolz auf diese Zeit des Monats sind und sich nicht schämen. "Ich haben mich beflügelt gefühlt, als mir mein Blut zwischen den Beinen hinunterlief", schrieb sie in ihrem Blog, "ich dachte dabei an alle Schwestern, die keinen Zugriff zu Tampons haben und alle, die trotz Krämpfen und Schmerzen tun, als ob nichts wäre."


Fakten aus aller Welt: 

NEPAL: Vor zwei Jahren zerstörten Frauen im Westen Nepals Kuhställe, in denen sie nach alter Tradition während ihrer Menstruation ausharren müssen. Jedes Jahr sterben Frauen in dem Himalaya-Land an Schlangenbissen, Unterkühlung oder starken Blutungen während ihrer Zeit in den Ställen. Die uralte Sitte "chaupadi" verbietet es Frauen im äußersten Westen Nepals, sich im Haus aufzuhalten oder in Tempel zu gehen, während sie ihre Tage haben.

EUROPA: Bis heute hält sich bei einigen der jahrhundertealte Aberglaube von der Schädlichkeit des Menstruationsbluts oder der Körperflüssigkeiten menstruierender Frauen. Demzufolge sollten menstruierende Frauen beispielsweise keine Sahne schlagen, da diese sonst schlecht würde, kein Obst und Gemüse einkochen, nicht beim Schlachten helfen, nur mit Haushaltshandschuhen putzen, sich keine Wasser- oder Dauerwelle machen lassen et cetera.

NORWEGEN: Hier hat vor wenigen Jahren eine Gewerkschaft aufgedeckt, dass ein Unternehmen seine Mitarbeiterinnen zwang, während ihrer Periode rote Armbändchen zu tragen. Das norwegische Unternehmen begründet die Bändchen-Pflicht übrigens damit, dass diese Mitarbeiterinnen häufiger zur Toilette gehen dürfen als ihre kennzeichnungsfreien Kollegen.

GHANA: Auf dem Land dürfen Frauen während der Periode keine Zeit mit ihren Männern verbringen, nicht kochen, sich nicht im Haushalt betätigen oder zur Schule zu gehen. Der Mann darf nicht mir der Frau zusammensitzen und essen.

INDIEN: Frauen ist es verboten, während ihrer Menstruation, die heiligen Kühe zu berühren.

KENIA: Frauen aus dem Massai-Stamm dürfen während der Periode in keinen Kuhstall, um Kühe zu melken. Außerdem dürfen sie keine Milchprodukte konsumieren.

SÜDOSTASIEN: In vielen Gebieten dürfen Frauen während ihrer Periode nicht den gleichen Trinkbrunnen wie andere Dorfbewohnern benutzen.

VENEZUELA: In den ländlichen Gebieten werden Frauen während der Periode von ihren Partnern und Familien getrennt und gezwungen in separaten Hütten oder Kuhställen zu schlafen.

JUDENTUM: Hier wird die Menstruation selbst immer noch mit dem Tod in Verbindung gebracht, ihr Ausbleiben mit Empfängnis und Leben. Im jüdischen Glauben gilt eine menstruierende Frau als unrein und kann diese Unreinheit auch übertragen kann. Hat eine Frau Blutfluss und ist solches Blut an ihrem Körper, wird sie sieben Tage lang nicht berührt. Sex mit der "Nidda" steht auf einer Stufe mit Inzest und Ehebruch.

ISLAM: Der Umgang mit der Menstruation ist in islamischen Ländern oft problematisch. Menstruierenden Frauen ist es verboten zu beten, eine Moschee zu betreten, den Koran zu berühren sowie am Ramadan mit zu fasten.



Quellenverweis: NewsOnline



Warum ich das hier schreibe?

Im Mittelalter waren wir Frauen unseres Kulturkreises ähnliche Restriktionen unterworfen, wie jene die ich oben zitierte. Hier geschah bereits Veränderung. Dennoch, über ein kollektives Bewusstsein sind wir Frauen alle verbunden.


Wir können jene Frauen unterstützen, wenn wir unser Bewusstsein hin zur weiblichen Heilung ausdrücken und leben.


  • Wenn wir uns und einander daran erinnern, dass in der monatlichen Blutung auch die Essenz des Weiblichen geborgen ist, nämlich die Fähigkeit Leben zu schenken.
  • Wenn wir die Zeit der Blutung annehmen, als (innere) FrauenKraftzeit zelebrieren und nicht mit Hormonen steuern, reduzieren oder gar unterdrücken.
  • Wenn wir miteinander darauf stolz sind, das Thema nicht beschweigen, drumherum reden oder beschönigen.
  • Wenn wir unsere Bedürfnisse in der Zeit der Blutung spüren, sie ausdrücken und die Rücksichtnahme / Erfüllung derer einfordern, von uns selbst und unserem Umfeld.

dann verändern wir ein kollektives Feld hin zum Weiblichen. Dann ehren wir unsere kollektive weibliche Essenz


Unsere Unterstützung trägt bei. Macht Mut. Dazu braucht es uns Frauen. Alle. Und daran erinnere ich euch. Jetzt. Dies zum Wohle aller Frauen, aller Generationen und Kulturen. 


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Daniela Hutter

schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung. Es ist ihre Passion, alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.


Als Autorin schreibt Daniela Hutter für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher „Lass deine Träume wahr werden“ (2013) und „Den Tag mit Engeln beginnen“ (2008), sowie das Kartenset „Energien der neuen Zeit“ (2013). Ihr neuestes Buch „Mach dein Leben hell“ erscheint im August 2015. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch "Das Yin-Prinzip" (erscheint 2016)


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Kommentare: 2
  • #1

    Claudia Huber (Donnerstag, 13 August 2015 08:45)

    Liebe Daniela,

    dieser Artikel ist wichtig! Ich empfinde ablehnende Reaktionen bezüglich MEINER Menstruation als sehr verletzend. Dabei ist dieser Teil von mir genau das, was mich zu einer jungen und attraktiven Frau macht. Ein Teil von mir versteht nicht, wie sich Frauen selbst so verstecken können, wenn es ihnen nach Ruhe ist in der Zeit. Deshalb ist mir dieses Thema unglaublich wichtig.

    Im Übrigen bin ich vor allem während meiner roten Tage sehr empfänglich für Eingebungen und luzide Träume. Daher ist für mich diese Zeit überaus wertvoll.

    Krämpfe und Schmerzen habe ich nahezu nie seit ich mich mit meinem Frau-Sein verbunden habe.

    In Liebe
    Claudia

  • #2

    Margit (Donnerstag, 13 August 2015 11:30)

    Ein schöner Artikel. Danke! Ich erlebe es immer wieder, wenn ich andere Frauen auf die sog. Menstruationstasse (Mens-cup) anspreche, wie abwehrend sie mit ihrer Menstruation umgehen. Für viele Frauen ist sie und das Blut etwas Ekliges, was am besten stillschweigend direkt verschwinden oder besser noch ganz wegbleiben sollte.
    Um so schöner finde ich, dass - vor allem auch junge Frauen - inzwischen ganz anders mit diesem Thema umgehen und sich z. B. mit einer Mestruationstasse auseinandersetzen. Um die passende zu finden, muss man sich selbst beobachten: wie stark blute ich, wie tief kommt der Muttermund während der Mens, wie ist mein Beckenboden ... All das wird von vielen Frauen sonst oft gar nicht wahrgenommen. Durch die Tasse nehme ich meinen Körper und das Blut viel bewusster war - empfinde die Weiblichkeit und das Wunder viel stärker.