Das Geschenk der Unzufriedenheit

Manch einer mag wohl bei der Überschrift fragend innehalten: Unzufriedenheit? Ein

Geschenk? Ist es nicht viel mehr so, dass wir uns stets nach der Zufriedenheit ausrichten sollten?

 

Ist es nicht so, dass wir uns besser fühlen, wenn wir mit den Situationen und Geschehnissen „in Frieden sind“? Dieses „in Frieden sein“ empfinden wir wie

einen Segen, der sich über das Leben legt. Zufriedenheit bringt Ruhe. Und wollen wir nicht alle Ruhe? Wie also kann Unzufriedenheit ein Geschenk sein?

Zufriedenheit hat eine ganz bestimmte Botschaft für uns: Sei bescheiden, genügsam, zurückhaltend, begnüge dich mit dem, was du hast und was dir

beschieden ist. Nur so findest du zur inneren Ruhe und empfindest deine Situation als Glück.

Anders betrachtet bedeutet diese Botschaft aber auch: Zufriedene Menschen stellen keine Ansprüche, passen sich an, sind leichter lenkbar und bringen keine Unruhe,

sind systemkonform. Ein Kindergarten wünscht sich zufriedene Kinder, eine Schule zufriedene Schüler, Politiker wünschen sich zufriedene Wähler und Wirtschaftsbosse zufriedene Angestellte. Sind zufriedene Menschen am Ende genau das, was sich unzufriedene Menschen wünschen?

 

Ich glaube: Eine falsch verstandene Zufriedenheit, eine, die den Menschen keinen Freiraum lässt,führt oft in eine Sackgasse. Die Seele ruft nach Veränderung, nach einem Mehr vom Leben. Der Verstand, unsere Inspiration und unsere Träume wollen uns losschicken zu neuen Ufern. Alles in uns schreit nach Herausforderung

und Abenteuer. Aber schon ist er wieder da, dieser mahnende Zeigefinger der Zufriedenheit: „Bloß nicht auffallen, sei zufrieden, mit dem, was du hast.“

 

Dabei kann Unzufriedenheit die treibende Kraft zu einem besseren, zu einem spannenderen Leben sein. Ich meine sogar, die Unzufriedenheit ist ein Bote des

Universums, der uns aufmerksam macht: „Du bist noch nicht am Ziel. Es wartet noch mehr auf dich“.

 

Ein anderer Job, eine schönere Wohnung, eine größere Aufgabe, eine erfüllendere Möglichkeit. So hat die Unzufriedenheit das Potential, ein wertvoller Lebensbegleiter zu werden, einer, der uns immer wieder auffordert, voranzuschreiten und dabei neue Wege zu gehen. Natürlich haben Zufriedenheit und Unzufriedenheit wie alle Dinge zwei Seiten. Zufriedenheit, die nicht

moralisiert und gängelt, ist ein Glücksfall für jeden Menschen. Genauso ist Unzufriedenheit, die sich allem Positiven gegenüber blind stellt, einfach nur

ein Unglück. Sie zwingt uns in eine Opferrolle, nimmt uns unsere Schöpferkraft.

 

Ich entscheide mich da schon lieber für die positive Unzufriedenheit, für ein lautes „Das reicht mir nicht, das kann noch nicht alles gewesen sein!“ Ich kremple

die Hemdsärmel hoch und packe mein Leben neu an.

 


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Das Geschenk der Unzufriedenheit
Dieser Text erschien zuvor als Kolumne "Mitten in die Brösel" für das Engelmagazin 03/16.

Im Download findest du Übungen & Rituale wie du deine Unzufriedenheit als inneren Kompass wählen kannst. Wie du deine Opferrolle verlässt und Grenzen ziehen kannst.
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Daniela Hutter

schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung. Es ist ihre Passion, alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.

 

Als Autorin schreibt Daniela Hutter für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher „Lass deine Träume wahr werden“ (2013) und „Den Tag mit Engeln beginnen“ (2008), sowie das Kartenset „Energien der neuen Zeit“ (2013). Ihr neuestes Buch „Mach dein Leben hell“ erscheint im August 2015. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch "Das Yin-Prinzip" (erscheint 2016)

 

» Mehr Info zu Daniela Hutters Büchern 

 

Impulsgeberin für moderne Frauen

Daniela Hutter weiß was Frauen beschäftigt und kennt die zahlreichen Herausforderungen und Hürden, die das Leben lehrt und der Alltag bietet. Fernab von Dogmen und klassischem Feminismus ermutigt sie in ihrer Arbeit vor allem Frauen in Kontakt mit ihrem wahren FrauSein zu kommen und mutig den eigenen Weg zu gehen. Sie weist den Weg in das Innere und erinnert zugleich daran, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Christina (Dienstag, 07 Juni 2016 08:11)

    Liebe Daniela,
    ich liebe deine Spiritualität so Mitten im menschlichen Leben. Das ist so wunderbar erfrischend und be-wegend.
    Ich danke dir und wünsche dir einen Herzenstag
    Christina