Warum stehe ich mir selbst im Weg? Die wahren Gründe

Eine Frau verdeckt ihr Gesicht mit einem weißen Blatt – Sinnbild für innere Blockaden, Selbstbild und die Frage: Warum stehe ich mir selbst im Weg?

"Warum stehe ich mir selbst im Weg?" Diese Frage stellen sich viele Frauen irgendwann in ihrem Leben.  Vielleicht kennst du dieses Gefühl?

Du hast bereits viel an dir gearbeitet. Du hast Bücher gelesen, Podcasts gehört, vielleicht sogar ein Coaching gemacht. Du spürst, dass sich etwas verändert hat und trotzdem bleibt da eine leise Stimme, die sagt:

  • Da müsste doch noch mehr möglich sein.

Vielleicht fragst du dich sogar:

  • Warum stehe ich mir immer wieder selbst im Weg?

Diese Frage höre ich seit über zwanzig Jahren in meiner Arbeit mit Frauen. Meist wird sie allerdings nicht so direkt ausgesprochen. Stattdessen höre ich Sätze wie:

  • "Es braucht eben seine Zeit."
  • "Ich bin schon viel weiter als früher."
  • "Es entwickelt sich."

All diese Aussagen können wahr sein. Entwicklung braucht Zeit. Und dennoch beobachte ich immer wieder, dass sich hinter diesen Sätzen etwas anderes verbirgt: Wir bewegen uns häufig innerhalb eines inneren Rahmens, den wir selbst kaum wahrnehmen.

 

Nicht das Leben begrenzt uns. Oft ist es unser eigenes Bild davon, was für uns überhaupt möglich ist.

Warum unser Gehirn lieber Sicherheit als Veränderung wählt

Viele glauben, sie seien einfach nicht mutig genug.

 

Aus psychologischer Sicht ist das jedoch nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Unser Gehirn ist nicht darauf ausgelegt, ständig nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Seine wichtigste Aufgabe ist es, Sicherheit zu schaffen. Aus evolutionsbiologischer Sicht war das über Jahrtausende überlebenswichtig. Wer Bekanntes bevorzugte, konnte Gefahren besser einschätzen und hatte bessere Überlebenschancen.

 

Diese Prägung wirkt bis heute. Bekanntes fühlt sich sicher an. Neues bedeutet Unsicherheit – selbst dann, wenn wir rational längst wissen, dass eine Veränderung uns guttun würde.

Deshalb bewegen wir uns häufig innerhalb unserer Komfortzone, ohne es überhaupt zu bemerken. Wir nennen das Realismus. Tatsächlich handelt es sich oft um Gewohnheit.

Warum stehe ich mir selbst im Weg, obwohl ich mich verändern möchte?

Der kanadische Psychologe Albert Bandura beschrieb bereits in den 1970er-Jahren das Konzept der Selbstwirksamkeit. Seine Forschung zeigt etwas Entscheidendes:

 

Menschen handeln selten nach ihren objektiven Möglichkeiten. Sie handeln nach dem, was sie glauben bewältigen zu können.

Dieser Unterschied verändert den Blick auf persönliche Entwicklung grundlegend.

 

Nicht die Wirklichkeit bestimmt unser Handeln.

Unser inneres Bild von der Wirklichkeit bestimmt unser Handeln.

 

Vielleicht stehen zwei Menschen vor derselben Chance. Die eine sagt: "Das probiere ich." Die andere denkt: "Das ist nichts für mich." Die Möglichkeiten sind dieselben.

Das Selbstbild ist unterschiedlich.

 

Genau deshalb genügt es nicht, neue Ziele zu formulieren. Solange sich dein Selbstbild nicht verändert, wirst du immer wieder ähnliche Entscheidungen treffen.

Warum wir unsere Komfortzone verteidigen

Eine psychologische Untersuchung zur Comfort Zone Orientation beschreibt genau dieses Verhalten. Menschen verlassen ihre Komfortzone vor allem dann, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Sie erleben ausreichend innere Sicherheit.
  • Sie vertrauen in ihre eigene Wirksamkeit.
  • Sie bewerten Neues eher als Chance denn als Bedrohung.

Das erklärt auch, weshalb gute Ratschläge oft nicht ausreichen.

 

Wenn dein Nervensystem auf Alarm steht, wenn du ständig unter Druck bist oder dich innerlich erschöpft fühlst, dann wird Veränderung automatisch als Risiko bewertet. Deshalb beginnt Entwicklung nicht beim Mut. Sie beginnt bei innerer Sicherheit.

Warum Frauen sich häufig kleiner halten

Dieser Mechanismus gilt grundsätzlich für alle Menschen. Frauen bringen jedoch häufig andere Prägungen mit als Männer.

 

Viele Frauen haben gelernt, Rücksicht zu nehmen, Harmonie zu bewahren und Verantwortung zu übernehmen. Sie fragen sich unbewusst:

  • Darf ich das überhaupt?
  • Ist das nicht egoistisch?
  • Was werden die anderen denken?

Männer tragen oft andere Begrenzungen in sich. Sie erleben häufiger den Druck, stark sein zu müssen, Leistung zu bringen und keine Schwäche zeigen zu dürfen.

 

Beide Geschlechter bewegen sich innerhalb eines inneren Rahmens.

Nur dieser Rahmen sieht unterschiedlich aus.

Wann Persönlichkeitsentwicklung zur Endlosschleife wird

Etwas beschäftigt mich in meiner Arbeit immer wieder. Viele Frauen investieren viel Zeit in ihre persönliche Entwicklung. Sie lesen Bücher, hören Podcasts, besuchen Seminare und reflektieren ihr Leben. Das alles ist wertvoll.

 

Und doch beobachte ich manchmal, dass Entwicklung selbst zu einer Identität wird.

  • Man ist immer auf dem Weg.
  • Immer im Prozess.
  • Immer kurz davor.

Dann wird das Unterwegssein wichtiger als das Ankommen.

 

Sätze wie „Es braucht eben seine Zeit“ oder „Ich bin auf dem Weg“ können unbewusst dazu beitragen, Entscheidungen aufzuschieben. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil unser Gehirn Sicherheit sucht. 

Wie du deinen inneren Horizont erweitern kannst

Vielleicht geht es deshalb gar nicht darum, mutiger zu werden. Vielleicht beginnt Veränderung viel früher. Nämlich dort, wo du beginnst, dein Selbstbild zu hinterfragen.

  • Welche Geschichten erzählst du dir über dich selbst?
  • Welche Vorstellungen hast du davon, was für dich möglich ist?
  • Und welche dieser Vorstellungen stammen vielleicht aus einer Zeit, in der du längst ein anderer Mensch warst?

In meiner Arbeit mit dem Yin-Prinzip verstehe ich Entwicklung nicht als ständiges Mehr-Tun.

Für mich beginnt Wachstum dort, wo innerer Raum entsteht:

  • Ein Raum, in dem neue Gedanken auftauchen dürfen.
  • Ein Raum, in dem Möglichkeiten sichtbar werden, die vorher außerhalb des eigenen Horizonts lagen.

Denn meistens fehlen uns nicht die Möglichkeiten. Es fehlt uns ein inneres Bild, das groß genug ist, sie überhaupt wahrzunehmen.

Fazit

Wenn du manchmal das Gefühl hast, dir selbst im Weg zu stehen, dann bedeutet das nicht automatisch, dass dir Mut fehlt oder dass du dich bewusst sabotierst.

Vielleicht schützt dein Gehirn einfach das, was ihm vertraut ist.

Vielleicht hält dein Selbstbild dich innerhalb eines Rahmens, der einmal sinnvoll war, heute aber zu klein geworden ist.

 

Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht:

  • Was muss ich tun?

Sondern:

  • Welches Bild von mir selbst bestimmt heute noch mein Leben – und ist dieses Bild überhaupt noch wahr?

Denn in dem Moment, in dem sich dein innerer Horizont erweitert, entstehen nicht zwangsläufig neue Möglichkeiten. Du beginnst vielmehr, die Möglichkeiten zu sehen, die schon immer da waren.

Häufige Fragen: Warum stehe ich mir selbst im Weg?

Warum stehe ich mir selbst im Weg?

Oft liegt die Ursache nicht in mangelndem Mut oder fehlender Disziplin. Unser Gehirn bevorzugt Sicherheit und orientiert sich an Erfahrungen, die vertraut sind. Dadurch handeln wir häufig innerhalb unseres bisherigen Selbstbildes und nicht innerhalb unserer tatsächlichen Möglichkeiten.

Ist Selbstsabotage dasselbe wie sich selbst im Weg stehen?

Nicht ganz. Selbstsabotage beschreibt Verhaltensweisen, mit denen wir unbewusst unsere eigenen Ziele erschweren. Sich selbst im Weg zu stehen, kann eine Folge davon sein. Häufig steckt dahinter jedoch kein bewusster Widerstand, sondern ein Schutzmechanismus unseres Nervensystems.

Warum fällt es so schwer, die Komfortzone zu verlassen?

Weil unser Gehirn Vorhersagbarkeit bevorzugt. Neues bedeutet zunächst Unsicherheit. Erst wenn wir innere Sicherheit erleben und Vertrauen in unsere eigene Wirksamkeit entwickeln, werden Veränderungen als Chance wahrgenommen.

Was bedeutet Selbstwirksamkeit?

Der Psychologe Albert Bandura prägte den Begriff der Selbstwirksamkeit. Er beschreibt das Vertrauen eines Menschen, Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeit wagen häufiger neue Schritte, weil sie darauf vertrauen, Lösungen zu finden.

Warum halten sich viele Frauen kleiner, als sie eigentlich sind?

Viele Frauen wachsen mit Rollenbildern auf, die Harmonie, Anpassung und Verantwortungsgefühl betonen. Dadurch stellen sie sich häufiger Fragen wie: „Darf ich das überhaupt?“ oder „Was denken die anderen?“ Diese inneren Überzeugungen können den eigenen Möglichkeitsraum unbewusst begrenzen.

Wie kann ich meine inneren Begrenzungen erkennen?

Ein erster Schritt ist, auf wiederkehrende Gedanken zu achten. Sätze wie „Das ist nichts für mich“, „So bin ich eben“oder „Mehr ist wahrscheinlich nicht möglich“ können Hinweise darauf sein, dass eher dein Selbstbild als die Realität deine Entscheidungen bestimmt.


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Unser Gehirn bevorzugt Sicherheit vor Veränderung.
  • Wir handeln häufig nach unserem Selbstbild statt nach unseren tatsächlichen Möglichkeiten.
  • Selbstwirksamkeit stärkt das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit.
  • Innere Begrenzungen entstehen oft unbewusst durch Erfahrungen und Prägungen.
  • Entwicklung beginnt dort, wo sich der innere Horizont erweitert.

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Daniela Hutter

schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung. Es ist ihre Passion, alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.

 

Als Autorin schreibt Daniela Hutter für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher „Lass deine Träume wahr werden“ (2013) und „Den Tag mit Engeln beginnen“ (2008), „Mach dein Leben hell“ (2015), "Das Yin-Prinzip" (August 2016) sowie das Kartenset „Energien der neuen Zeit“ (2013) und "Karten der Weiblichkeit" (2017).

 

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Impulsgeberin für moderne Frauen

Daniela Hutter weiß was Frauen beschäftigt und kennt die zahlreichen Herausforderungen und Hürden, die das Leben lehrt und der Alltag bietet. Fernab von Dogmen und klassischem Feminismus ermutigt sie in ihrer Arbeit vor allem Frauen in Kontakt mit ihrem wahren FrauSein zu kommen und mutig den eigenen Weg zu gehen. Sie weist den Weg in das Innere und erinnert zugleich daran, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen.



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