Den Drachen reiten bedeutet auch Wechseljahre Symptome erkennen

Frau in den Wechseljahren sitzt nachdenklich mit einer Tasse Kaffee und blickt in die Ferne

Wechseljahre und was dein Körper dir wirklich sagt

Wechseljahre Symptome erkennen ist schwerer als gedacht, und das weiß ich aus fünfzehn Jahren eigener Erfahrung.

 

Vor kurzem war Dr. Claudia Thorn bei mir im Yin-Magazin Podcast zu Gast. Sie ist Fachärztin, TCM-Expertin und selbst 49 Jahre alt. Jemand, dem ich schon eine Weile auf Instagram folge, weil sie über Wechseljahre spricht, wie ich sie kenne: nicht als Defizit, das behoben werden muss, sondern als Phase, die verstanden werden will.

 

Was wir in dieser Stunde besprochen haben, ist zu viel für eine Podcast-Folge allein. Deshalb schreibe ich es hier nieder, für alle Frauen, die das Gefühl haben, ihren Körper gerade nicht mehr ganz zu kennen, und die sich fragen, ob das schon die Wechseljahre sind.

Das Problem: Wechseljahre Symptome erkennen, bevor sie falsch gedeutet werden

Ich erzähle das in Gesprächen schon seit Jahren, #augenzwinker und es wird nicht weniger wahr:

Ich könnte mir selbst die Hand reichen für das Geld, das ich zwischen 40 und 50 ausgegeben habe. Für Behandlungen, Therapien, Hilfsmittel, von Zahnfleischbluten bis zu Gelenkschmerzen, bei denen niemand auf die Idee gekommen ist, die Wechseljahre auch nur zu erwähnen.

 

Claudia kennt das aus ihrer eigenen Geschichte. Sie hatte Ameisenkribbeln, elektroschockartige Empfindungen, schlechten Schlaf, Gelenkschmerzen. Sie ist Ärztin und hat trotzdem nicht selbst erkannt, was da gerade in ihrem Körper passierte. Das liegt daran, dass das, was wir über Wechseljahre wissen, immer noch zu häufig auf ein einziges Bild reduziert wird: Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, unregelmäßige Periode.

 

Die Realität ist vielfältiger:  Wechseljahre Symptome erkennen heißt, ein viel größeres Spektrum im Blick zu haben.

 

Claudia nennt es atypische Wechseljahressymptome, und damit meint sie genau jene Beschwerden, die auf den ersten Blick nichts mit Hormonen zu tun zu haben scheinen: Schlafprobleme, Gelenkschmerzen, Konzentrationsschwäche, Herzklopfen, veränderte Stimmung, Hautveränderungen, Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung.

 

Frauen werden mit diesen Symptomen zu Ärzten geschickt und kommen mit der Diagnose Stress zurück,  oder mit Antidepressiva oder sogar  mit dem Satz: Sie sind doch noch keine 40, das können noch keine Wechseljahre sein.

Das stimmt nicht. Die Perimenopause, also die Phase vor der eigentlichen Menopause, kann zehn bis fünfzehn Jahre dauern. Sie beginnt oft schon Ende 30, Anfang 40. Claudia hat es im Gespräch sehr klar gesagt: Das ist betrifft an Jahren ein Großteil unseres bisherigen Lebens! Das unter den Teppich zu kehren ist keine Lösung, sondern ein teurer Umweg.

Warum selbst Gynäkologen das Thema oft verfehlen

Hier kommt etwas, das mich bis heute beschäftigt, und das Claudia mit einer Nüchternheit bestätigt hat, die ich sehr schätze: Weibliche Endokrinologie wird in der gynäkologischen Ausbildung am Rande behandelt. Ein Semester, manchmal nur ein Kapitel. Das bedeutet nicht, dass Ärztinnen und Ärzte es nicht gut meinen. Es bedeutet, dass das System den Ärzten Wissen nicht vermittelt hat,  um uns Frauen wirklich zu sehen und verstehen.

 

Die Konsequenzen sind spürbar. Du kommst zum Gynäkologen, berichtest von Beschwerden, bekommst gesagt, deine Laborwerte passen, du bist noch zu jung. Du gehst heim und zweifelst an dir selbst. Wer soll es schließlich wissen, wenn nicht die Fachärztin?

Was Claudia daraus gelernt hat, und was sie heute in ihre Arbeit trägt, ist dasselbe, was ich seit zwanzig Jahren durch das Yin-Prinzip lehre: Du musst es selbst wissen wollen. Nicht weil das System schlecht ist, sondern weil Eigenverantwortung nicht delegiert werden kann.

Fünf Ärzte, fünf Meinungen: Warum das eine Einladung ist

Claudia hat das am eigenen Leib erlebt. Nach der Geburt ihrer Tochter bekam sie einen Tumor an der Bauchspeicheldrüse diagnostiziert. Von einem Tag auf den anderen war sie nicht mehr Ärztin, sondern Patientin. Und sie erlebte, was es bedeutet, wenn fünf Experten fünf verschiedene Empfehlungen geben und du allein entscheiden musst, was du damit machst.

 

Das hat sie verändert. Wer versteht, was in seinem Körper passiert, kann gezielter fragen, informierter entscheiden und selbstbestimmter handeln.

 

Das gilt für die Wechseljahre wie für alles andere. Wenn du weißt, dass Perimenopause-Beschwerden natürlich behandelt werden können und viele Gesichter haben, fragst du anders. Du lässt dich nicht mit Stress abspeisen. Du gehst, wenn nötig, zu einer anderen Ärztin.

Was wirklich hilft: Die vier Säulen und der Blick der TCM

Wer Wechseljahre Symptome erkennen und gezielt angehen will, braucht mehr als eine Diagnose. Claudia arbeitet ganzheitlich, mit westlicher Medizin, TCM, Akupunktur, chinesischer Kräutertherapie und dem, was sie die vier Säulen nennt:

  • Ernährung
  • Bewegung
  • Schlaf
  • Stressmanagement

Was ich daran schätze: Sie macht keine Hierarchie. Hormonersatztherapie ist bei ihr keine Tabu-Behandlung und auch kein automatischer Ausweg. Sie klärt auf, legt Möglichkeiten vor, erklärt Fakten. Und dann entscheidet man als Frau, weil der Körper ihr gehört.

Ein Punkt aus unserem Gespräch hat mir besonders gefallen: In den Wechseljahren braucht der Körper andere Maßnahmen als mit dreißig, nicht weniger, sondern andere. Wer mit fünfzig nur Salat isst und sich wundert, warum die Körpermitte bleibt, wo sie ist, bekommt von Claudia eine klare Antwort. Der Körper braucht jetzt vor allem Protein und Krafttraining. Er braucht Schlaf nicht als Luxus, sondern als Basisversorgung. Und er braucht Stressmanagement nicht als Wellness-Bonus, sondern als medizinische Notwendigkeit.


Das klingt einfach. Aber es ist der Unterschied zwischen einer Frau, die mit achtzig noch selbst aufsteht, und einer, die auf fremde Hilfe angewiesen ist. Claudia hat das sehr anschaulich erzählt, an ihrer Mutter, an ihrer Oma. Was wir heute tun oder lassen, formt die Frau, die wir mit siebzig oder achtzig sein werden.

Den Drachen reiten: Das TCM-Bild, das alles zusammenfasst

Ich kenne und liebe dieses Bild schon lange, und Claudia hat es im Gespräch schön herausgearbeitet.

 

In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Phase der Wechseljahre nicht als Verlust betrachtet. Es ist Energie, die frei wird, weil sie nicht mehr für den Reproduktionszyklus und diesen monatlichen Rhythmus gebraucht wird. Diese Energie gehört jetzt dir.

 

Den Drachen reiten bedeutet, sie nicht zu bekämpfen, nicht wegzudrücken und sich auch nicht davon überrollen zu lassen, sondern sie zu lenken und in das zu kanalisieren, was du jetzt sein willst.

 

Und was willst du sein?

Das ist die Frage dieser Phase. Claudia stellt sie ihren Patientinnen, ich stelle sie meinen Teilnehmerinnen seit Jahren:

  • Was hast du lange hintenangestellt?
  • Was war immer wichtiger als du selbst?
  • Was willst du am Ende dieses Lebens gesagt haben, getan zu haben?

Das ist kein Kalenderspruch, vielmehr ist es  das Zentrum von dem, worum es in dieser Zeit wirklich geht. Die Reproduktionsphase ist abgeschlossen, die Kinder brauchen dich nur mehr anders. Und es gibt wieder Raum für dich, vielleicht zum ersten Mal seit sehr vielen Jahren.

Was mich an dieser Lebensphase so bewegt

Ich werde bald sechzig. Ich bin seit fünfzehn Jahren aktiv in diesem Thema unterwegs, weil ich musste, weil es nichts gab, weil ich mir das Wissen selbst zusammensuchen musste. Und ich sage es nach all diesen Jahren immer noch: Die größte Ressource in dieser Phase ist Eigenermächtigung.

 

Nicht im Sinne von, man müsse alles alleine wissen. Sondern im Sinne von: Du bist nicht Opfer deines Körpers. Du kannst dich informieren, Entscheidungen treffen, Ärztinnen wechseln, Wege ausprobieren.

 

Was mich an Claudias Arbeit so freut: Sie gibt Frauen das Wissen, das ich mir mühsam erarbeiten musste. In einem Kurs, in einer Sprache, die auf Augenhöhe spricht, aus einer eigenen Geschichte heraus, die genauso wenig geradlinig war wie die vieler Frauen, die zu ihr kommen.

Häufige Fragen: Wechseljahre Symptome erkennen und verstehen

Wann beginnen die Wechseljahre? Die Perimenopause kann bereits Ende 30 oder Anfang 40 beginnen und zehn bis fünfzehn Jahre dauern. Sie beginnt nicht erst mit dem Ausbleiben der Periode.

 

Wie kann ich Wechseljahre Symptome erkennen, die untypisch sind? Zu den atypischen Wechseljahressymptomen zählen Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Herzklopfen, Hautveränderungen und Stimmungsschwankungen, die nicht mit Hitze oder Zyklusveränderungen einhergehen.

 

Können Perimenopause-Beschwerden natürlich behandelt werden? Ja. Ernährung, Krafttraining, Schlafqualität und Stressmanagement sind die Basis, ergänzbar durch TCM, Akupunktur, Kräutertherapie oder, je nach Situation, Hormonersatztherapie. Es gibt kein One-size-fits-all.

 

Was bedeutet "den Drachen reiten" in der TCM? In der traditionellen chinesischen Medizin steht die Energie der Wechseljahre nicht für Verlust, sondern für Befreiung. Sie wird nicht mehr für die Reproduktion verbraucht und steht jetzt für das eigene Leben zur Verfügung, wenn man lernt, sie zu lenken.

Was du als nächstes tun kannst

Wenn du beginnst, Wechseljahre Symptome zu erkennen, und nicht weißt, was du damit anfangen sollst, dann ist das eine Einladung, genauer hinzuschauen. Hör dir die Podcast-Folge mit Dr. Claudia Thorn an. 

 

Und wenn du verstehen willst, wie das Yin-Prinzip und die Wechseljahre zusammenhängen, nicht nur als medizinisches Thema, sondern als Frage nach Bewusstsein und innerer Autorität, dann ist die Yin-Akademie dein nächster Schritt.


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Daniela Hutter

schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung. Es ist ihre Passion, alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.

 

Als Autorin schreibt Daniela Hutter für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher „Lass deine Träume wahr werden“ (2013) und „Den Tag mit Engeln beginnen“ (2008), „Mach dein Leben hell“ (2015), "Das Yin-Prinzip" (August 2016) sowie das Kartenset „Energien der neuen Zeit“ (2013) und "Karten der Weiblichkeit" (2017).

 

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Impulsgeberin für moderne Frauen

Daniela Hutter weiß was Frauen beschäftigt und kennt die zahlreichen Herausforderungen und Hürden, die das Leben lehrt und der Alltag bietet. Fernab von Dogmen und klassischem Feminismus ermutigt sie in ihrer Arbeit vor allem Frauen in Kontakt mit ihrem wahren FrauSein zu kommen und mutig den eigenen Weg zu gehen. Sie weist den Weg in das Innere und erinnert zugleich daran, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen.



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