Alles beginnt in dir ...

Ich sitze an meinem Meditationsplatz und versuche mich zu konzentrieren. Eine Kerze brennt, symbolisch für mein Licht, das ich in die Welt tragen kann. Ich habe ja versprochen, es zu tun. Vor mir liegen die Karten, auf die ich Namen von Menschen, Politikern und Ländern schreibe. So fokussiere ich meine Gedankenkraft. Die Intention lautet „mein Licht für die Welt“ – für Frieden, für Gesundheit, für ...

 

Doch ich werde innerlich nicht ruhig. Ich bring's nicht auf die Reihe: der Krisenherd in der Ukraine, Ebola in Afrika, Frauen in Indien, Flüchtlinge aus Syrien, soziale Ungerechtigkeit, ganz zu schweigen von den Naturkatastrophen, die sich in immer kürzer werdenden Zeitintervallen

ereignen.

 

Allmählich weiß ich nicht mehr, wie ich mit meiner Liste beginnen, worauf ich meine Aufmerksamkeit als Erstes lenken soll. Pauschal „Licht und Liebe an jene, die's brauchen“, das ist nicht so wirklich mein Ding. Möchte ich für alle Herausforderungen und Krisenherde meditieren, für alle Menschen, die in Not sind, die Krankheiten haben, ich müsste Stunden sitzen, und irgendwie fehlt mir nicht nur die Zeit, auch das Verständnis –was ist denn eigentlich los auf dieser Welt?

 

Das kann doch nicht wahr sein, warum lernt die Menschheit nicht aus ihren Fehlern? Ganz ehrlich, manchmal könnte mein Glauben an das Gute, an die himmlische Unterstützung, an Gerechtigkeit und an Sinn und Bedeutung, die angeblich „hinter allen Ereignissen liegen“, verloren gehen, zumindest erschüttert werden. Mein spirituelles Tun erscheint mir manchmal wie ein lichtvolles Spiel der Erwachsenen, allerdings ohne Auswirkungen. Das kann doch nicht im Sinne des neuen Bewusstseins sein? Was haben all die Menschen, die so viel Leid erfahren, mit diesem Bewusstsein zu tun? Warum geschieht so viel Unrecht auf dieser Welt? Warum müssen so viele büßen, was so wenige verursachen? Wer braucht denn das wirklich?

 

Auch meine Seele ist hier, um sich als Mensch zu erfahren. Auch wenn ich „Zugang“ zu anderen Ebenen habe, so manches immer wieder von einem anderen Level aus betrachten darf, mein Menschen-Ich ist erschüttert. Es macht mich sprachlos und auch wütend. Wo bleibt denn hier die Gerechtigkeit? Ich fühle mich ohnmächtig. Hat denn meine Lichtsäule überhaupt einen Sinn, bringt sie was? Bewegt sie Politiker zum Umdenken, werden Menschen davon gesund, verändert sich das Schicksal ganzer Völker?

 

Wo bleibt der Wandel, von dem alle gesprochen haben? Frequenzerhöhung, Bewusstseinsveränderung – von alldem keine Spur. Die Zeitqualitäten scheinen nicht nur intensiver, sondern auch stetig herausfordernder und kompromissloser zu sein. War ich darauf vorbereitet? Ja. Aber hab ich darauf Lust? Nein. Kann ich's mir erklären? Jein.

 

Trotz allem: Ein neues Bewusstsein erwartet uns. Ja, es wartet auf uns. Aber es wird uns nicht auf dem Silbertablett serviert. Nichts auf dieser Welt geschieht ganz von selbst. Wir Menschen sind so konditioniert, dass wir sehr oft nur aus der Situation des Schmerzes oder der Not heraus in die Veränderung gehen. Nur dann nehmen wir anscheinend bewusst wahr. Die Erde braucht ein neues Bewusstsein, kollektiv. Und, das neue Leben, das neue Sein, beginnt stets in der kleinsten Einheit.

 

So, wie das Leben in einer Eizelle beginnt – so geschieht Veränderung auch in der Ei(ns)zelle. Alles beginnt in dir, in mir. Und es braucht die gelebte Veränderung des Miteinanders, das bewusste Dasein für den Nächsten, den bewussten Umgang mit dem Nächsten. Und darüberhinaus braucht es auch ein neues Handeln für all Dinge im Leben, die in dieser Welt so schnell wie möglich zu verändern sind. Friede beginnt beim Individuum. Ehrlichkeit und Wertschätzung auch. Wir können mit unserem Verhalten im Miteinander, im Konsum für Planet Erde und all ihre Bewohner ein Zeichen setzen. Als einzelne Zelle sind wir Inspiration für das Kollektiv. Als Einzelne werden wir andere Einzelne anziehen und im neuen Miteinander ein neues Gemeinsam erschaffen. Neues Land in Sicht.

 

Und ich erkenne: Ich brauche mein Licht. Du brauchst mein Licht. Mehr denn je. Für mehr Mut, für mehr Einsatz, für eine laute Stimme, für Courage und neue Wege. Anderes Handeln ist gefragt – für eine neue Welt. So richte ich meine Meditationseinheit nun anders aus. Ich bin auf meiner Liste, du bist auf meiner Liste. Das Licht meiner Kerze widme ich mir, das Licht meiner Kerze widme ich dir.

 

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Kolumne "Mitten in die Brösel" - ENGELMAGAZIN
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Daniela Hutter schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung, es ist ihre Passion alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Als Autorin schreibt sie für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher Lass deine Träume wahr werden (2013) und Den Tag mit Engeln beginnen (2008), sowie das Kartenset Energien der neuen Zeit (2013).

mehr Info zu den Büchern >> hier

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Kommentare: 2
  • #1

    Silvia (Dienstag, 11 November 2014 11:44)

    Liebe Daniela,
    du sprichst mir aus der Seele! In letzter Zeit habe ich mir auch öfters die Frage gestellt:wofür das Ganze? "Als Einzelner werde ich andere Einzelne anziehen..." - treffender kann man es gar nicht ausdrücken! Danke Dir und das Licht meiner Kerze widme ich DIR!
    LG, Silvia

  • #2

    Angelica (Dienstag, 11 November 2014 14:53)

    Ich kann nur zustimmen. An diesen Punkt bin ich oft. Warum lernen wir nicht mehr aus unseren Fehlern? Warum ist Veränderung so schwierig? Weil wir es einfach haben wollen und wenn wir ganz aktiv sind und unsere Umwelt weniger aktiv ist und sich gegen Veränderungen sträubt, stehen wir immer öfter vor Neuanfängen. Oft beschleicht mich das Gefühl, dass wir mehr Neuanfänge brauchen, als uns lieb ist. Das ist harte Arbeit. Genau die Neuanfänge machen einsam, die Freiheit, das Gefühl, stellt sich erst später ein.. Personen aus der Vergangenheit ziehen nicht mit. Neue Personen müssen gefunden werden und vertrauen neu aufgebaut werden...