Man gönnt sich ja sonst nix ..

"Man gönnt sich ja sonst nix" war die lachende Antwort einer Freundin vor ein paar Tagen als ich mich nach ihrer neuen Jacke erkundigt habe. Eine belanglose Konversation, scheinbar .. oder offensichtlos.  Doch irgendwas in mir gibt dem richtig Bedeutung, denn ich werde den Satz nicht los. Er hallt in mir wie ein Echo.

 

"Man gönnt sich ja sonst nix" .. ich lasse die Worte in mir erklingen und lausche nach, Bilder zeigen sich mir. Eigenes Erlebtes, von anderen erzähltes oder sogar von Medien geliefertes .. was mein Unterbewusstsein zu "Man gönnt sich ja sonst nix" liefert.

 

Ich bin erstaunt.

Zunächst scheint es wohl so eine Art Entschuldigung zu sein. Immer dann wenn ich (man) etwas tut, was nicht konform ist, mit irgendetwas was ein anderer definiert (Bescheidenheit, gesellschaftsfähig ...) kommt mit einem lachenden Auge ein "Man gönnt sich ja sonst nix".  Selbige Bilder liefern oft auch eine Aufforderung - kauf es, tu es, wage es - du gönnst dir ja sonst nix im Leben.

 

Habt Ihr gewusst dass diese Wortkreation aus der Webung kommt? - "Malteserkreuz" Aquavit.

 

Zurück zum Satz, der mittlerweilen geflügeltes Gut in unserem Sprachschatz ist. Was *machen* wir damit.

Ausreichend ist, dass wir einerseits "Man gönnt sich ja sonst nix" ganz unbewusst eine Trennung erzeugen - für Dinge die wir uns gönnen und jene die wir uns nicht gönnen. Daraus entsteht ein Leben, das wir einteilen in jenes, was wir uns gönnen und jenes das wir uns nicht gönnen (wollen). Trennung. Dualität wird genährt.

 

Damit kreieren wir aber auch Raum, dass es immer etwas gibt, dass wir "eigentlich" nicht leben / haben dürfen, wollen, sollen ..  zeigt, neben der Trennung kreieren wir auch Begrenzung.

 

Da ist noch mehr: Wenn wir "Man gönnt sich ja sonst nix" als "Entschuldigung" oder Rechtfertigung verwenden, selbst mit einem Augenzwinkern, dann stimmen wir irgendwo auch zu, dass es etwas gibt, dass wir nicht haben sollten, tun sollten, leben sollten. Wir geben damit die Erlaubnis, dass wir uns dem unterordnen, was andere definieren was uns zu steht. So wird es möglich, dass "es" uns kontrolliert - es, die scheinbaren Vorgaben - es, das was sich scheinbar gehört - es, das was andere von uns erwarten zu sein - es, das Bild, das irgendwer für dich zeichnet. Nur nicht du selbst. Und damit hält dich wer im Zaum. Was auch immer: Prägungen, Glaubensmuster, Ängste, Anpassungreaktionen ..

Alles unbewusst - ganz subtil - auf einer Ebene, die uns gar nicht so offensichtlich ist. Dennoch Energien sind und definieren und kreieren, so wie wir dem Lauf es ermöglichen.

 

Deshalb:

Ich entscheide mich stets für ein Leben - frei, jung, wild ..

und ich erlaube mir ALLES

 

und in keinster Weise erlaube ich Trennung, Begrenzung, Kontrolle .. über mich.

 

Deshalb - der Satz "Man gönnt sich ja sonst nix".  Hat in meinem Sprachschatz nichts verloren, das entscheide ICH . Jetzt.

 

 

 

 

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Daniela Hutter schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung, es ist ihre Passion alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Als Autorin schreibt sie für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher Lass deine Träume wahr werden (2013) und Den Tag mit Engeln beginnen (2008), sowie das Kartenset Energien der neuen Zeit (2013).

mehr Info zu den Büchern >> hier

Und was willst du dir GÖNNEN ?

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Kommentare: 1
  • #1

    Kivi (Sonntag, 18 Mai 2014 23:23)

    Dem stimme ich zu, ein toller Eintrag! So habe ich das noch nicht betrachtet, aber Du hast vollkommen recht. Ich werde diesen Satz nun auch aus meinem Wortschatz streichen, denn ich gönne mir was ich will, und niemand hat darüber zu bestimmen ob ich es darf/verdient habe, oder nicht.
    Beste Grüße,
    Kivi
    http://kivi.dreamwidth.org/