vom JA- und vom NEINsagen

Fotolia© Speedfighter #6701862
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Dieser Tage habe ich einen berührenden Brief bekommen. Die Absenderin hat ihn geschrieben als ihr Danke auf mein Erzählen. (den Text dazu könnt ihr >> hier nachlesen). 

Wir teilen den Weg, den inneren, jener der manchmal so schwer und lange zu sein scheint.


Meine Worte haben der Schreiberin Mut gemacht, nun ähnliche Schritte für sich selbst zu setzen.


Und ihre Worte haben mich einmal mehr erINNert:

"Wir können JA sagen und zum selbigen können wir auch NEIN sagen".


Diese Freiheit gehört uns.


Doch gelebt fühlt sich dasselbe oftmals gar nicht "frei" an. Und wenn man der Doppelbedeutung folgen mag, so lautet der Sinn von "frei" umgangsprachlich verwendet, es fühlt sich nicht gut an.

Warum eigentlich nicht?


Wir alle kennen es wohl aus unserem Leben. Wie schnell wir oftmals JA sagen. Viel zu schnell, unüberlegt. Ungemeint. Innerlich fühlen wir ein NEIN. Doch irgendetwas scheint uns zu beWEGen, das Ja auszusprechen. 

Ich für mich habe erfahren, dass das Ego da nicht unbeteiligt ist. Jenes, das die Anerkennung genießt, und jenes, dass uns in jene Wege (beg)leitet, die dann eine Sackgasse zu sein scheinen. Antrieb ist wohl jene Energie, die das Ego nährt .. Aufmerksamkeit, Anerkennung, Anpassung,  Konformsein, Bewunderung, Zuspruch, GeliebtWerden. 


Ja. So einfach sind wir zu bewegen, weil wir allesamt wohl ein Defizit dessen in uns tragen und immer meinen, wir sind zu wenig, wir haben zu wenig, wir bekommen zu wenig .. von alledem was uns erstrebenswert scheint.


Kann es sein, dass uns ein zu schnelles JA zu weit weg führt von uns selbst? Durchaus, wohl. Wenn wir das JA ans Außen richten. Wenn wir dem JA den Weg geben, der uns von uns weg führt.


Richten wir das JA nach Innen, als Antwort hingespielt zu dem was die Seele uns flüstert, dann weist uns das Ja den Weg, den die Seele sich wünscht. Und wohlgemerkt, wenn Seele flüstert, dann ist es nicht das Ego das da spricht.


Dahin, wo du ein JA erklärt hast, kannst du auch ein NEIN platzieren.

Wie oft stand ich in meinem Leben selbst schon an diesem Punkt. Das Nein war schweigend. Mit dem JA hab ich mein Ego platziert - sei es im Umfeld der Menschen die mir wertvoll sind oder im Beruf und meinem Wirkungskreis. Mit meinem JA bekam ich den Lohn der Zustimmung. Mit dem JA umging ich den Konflikt, welchen ich meinte, er müsse folgen.


Was geschieht wenn ich "aus Gründen" plötzlich NEIN sage?

Zumeist fürchten wir die Konsequenzen, die sich daraus ergeben (könnten). Betont, wir fürchten, wir ängstigen uns davor. Und wie das so ist, mit der Angst, ist es jenes Spiel, dass die Phantasie uns kreiert - wir können gar nicht wissen, welche Konsequenz sich ergibt. Die Reaktionen können vielfältig sein, doch ausgerichtet sind wir innerlich durch die Angst und fürchten Entzug und Verlust.


Es ist ein Raunen des Ego, subtil und oft unbemerkt. So hält uns das Ego in der Angst und damit beim NEIN und damit erneut fern von uns selbst. 


Das NEIN als JA zu mir. Wahrlich wohl, so soll es sein. So darf es sein. Denn das NEIN ins Außen gerichtet, einerlei was konform wäre, einerlei was die Welt sich von uns erwartet, einerlei welche Wege wir kennen - wenn ein Weg nicht hin zu dir selber führt und zu dem was dir Essenz ist, dann braucht dieser Weg ein NEIN, als dass du JA zu deinem Leben sagst, JA zu dem was Seele sich von dir für dein Leben wünscht. Denn das ist die einzige (Aus)Richtung, die dich nährt.


So soll es sein. Ja.


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Daniela Hutter schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung, es ist ihre Passion alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönlicheCoachings an.

Als Autorin schreibt sie für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher Lass deine Träume wahr werden (2013) und Den Tag mit Engeln beginnen (2008), sowie das Kartenset Energien der neuen Zeit(2013). Ihr neuestes Buch "Mach dein Leben hell" erscheint 2015.

mehr Info zu den Büchern >> hier

Welche NEINs fallen dir am schwersten?

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Kommentare: 3
  • #1

    Felix Hönack (Mittwoch, 10 Dezember 2014 05:36)

    Liebe Daniela,

    mir fallen immer die Neins am schwersten, die keiner meiner Mitmenschen versteht. Letzten Endes ist jedes Ja oder Nein immer ein Kompromiss. Wichtig ist, dass man irgendwann alle ungewollten Kompromisse klären kann, wann auch immer das geschehen mag.

    Liebe Grüße!

  • #2

    Felix Hönack (Mittwoch, 10 Dezember 2014 06:50)

    >>"Antrieb ist wohl jene Energie, die das Ego nährt"

    Auch die Seele hat ihren Antrieb und will ernährt werden. Sie wird vom Bedürfnis nach Wohlbefinden angetrieben und ernährt sich von Liebe. Die Ernährung der Seele ist nichts Schlimmes, sondern der Sinn des Lebens.

  • #3

    Felix Hönack (Mittwoch, 10 Dezember 2014 06:56)

    >> "...Aufmerksamkeit, Anerkennung..."

    Eine gebende Seele hat Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient und benötigt diese für ihre innere Balance!

    Alles Gute liebe Daniela und lieben Dank für ihren anstrengenden Job!