Wer bin ich? Die Schlüssel zum unbewussten Ich.

Daniela Hutter bloggt über Themen von Weiblichkeit, Frausein, Partnerschaft, Beziehung, Yin-Prinzip

 

Wer bin ich?“ – das fühlende Lesen dieser Worte lässt mich ein inneres Echo als Antwort denken: „Ich bin ich.“ Doch was macht dieses Ich aus? Wer ist mein Ich?

 

„Ich bin ich“, mit dem Aussprechen dieser Worte spüre ich fast ein Gefühl aus der Haltung der Verteidigung. So als ob ich damit formulieren möchte „Ich bin so wie ich bin, ICH.“ Und beinahe höre ich ein unaus- gesprochenes „Nimm mich an und akzeptiere mich, als die die ich bin.“ Das macht mich neugierig. Denn solche Verhaltens-muster begegnen mir nicht zum ersten Mal und aus der Erfahrung des Erlebens weiß ich, dass sich damit im-mer eine Chance geboten hat, mehr über mich zu erfahren. Und dies als Möglichkeit der Ent-Wicklung, im wahrsten Sinne des Wortes, mich nämlich auszuwickeln, dahingehend mich mehr und mehr zu sehen, als die, die ich wirklich bin.

Wer bin ich? ..... (wirklich?)

 

„Wer bin ich?“ Während mich diese Frage in meine Tiefe bewegt, erreicht mich von ebendort zugleich eine Ant- wort: „Ich bin viele.“ Und mein fühlendes Wahrnehmen bewegt sich zusammen mit diesem Hinweis weiter in die Tiefe, begleitet von: „Was macht denn mein Vieles aus?“. Die Möglichkeiten der Vielfalt des Seins, dessen, was  einen Menschen ausmacht, wurde von weisen Menschen unterschiedlich interpretiert. Aus der Psychologie kennt man die Option sie mit Archetypen zu bezeichnen, um eine Struktur anzubieten und zusammenzufassen, was wir an unterschiedlichen Aspekten unserer Persönlichkeit in unserem Unterbewusstsein tragen können.

 

„Was macht mich aus?“ Wer bin ich? Mein Denken antwortet mir: „Du bist eine Frau. Du bist Mutter, du bist Ehefrau, du bist Freundin, du bist Autorin, du bist ...“ Spürbar ist, die Aufzählung könnte vielfältig und zahlreich sein. Doch mein Fühlen unterbricht diesen Dialog und lässt mich spürend wahrnehmen, dass all diese Be- zeichnungen durchaus der Wahrheit entsprechen, dennoch – wenn ich mich fühle, dann fühlt es sich nach viel mehr an. All die Rollen, die mir mein Denken sogleich schenkt, fühlen sich an wie Kleider. Solche, die mir zu klein sind, zu eng sitzen. Es scheint, mein essenzielles Sein in alledem, will sich als eine Vielfalt offenbaren, und es zeigt sich, es ist kaum mit Worten zu beschreiben, zumindest nicht auf die Schnelle. Es ist, als ob mir meine Sprache dafür zunächst nicht ausreicht.

 

Immer wenn ich mich in meinem Wahrnehmen in die Tiefe bewege, möchte mein Körper sich auch bewegen. So wandere ich durch mein Zuhause. Vor einem großen Spiegel bleibe ich stehen und sehe mich an: „Wer bist du?“ und mein Sehen antwortet mir, indem es mir mein nach-Außen-wirken beschreibt: „Du bist eine Frau. Da sind Falten und Spuren des Lebens, zeigen, dass du keine junge Frau mehr bist, aber richtig alt auch noch nicht. Irgendwo in der Mitte. Eine Frau in der Mitte ihres Lebens. Klein, zierlich, hübsch, gepflegt und mit einem ganz eigenen Stil in ihrer Erscheinung. Durchaus attraktiv, interessant und anziehend.“

 

Doch mein Fühlen will mich umgehend korrigieren: da ist noch viel mehr, das wirkt. Denn das nichtsichtbare Bild im Spiegel, jenes das nach Innen wirkt und ein inneres Bildnis reicht, beschreibt das Spiegelbild in der Wahrnehmung: „Du bist erwachsen geworden. Du bist eine reife Frau.  Du bist bei dir angekommen. Du fühlst dich als deine Persönlichkeit die du bist. Du bist mit deiner weiblichen Kraft verbunden. Du hast einen starken Charakter, bist fein in deiner Wahrnehmung und lebst eine intuitive sanfte Weise“.

 

Die wichtigste Frage die man sich als Mensch stellt ...

„Wer bin ich wirklich?“ Es ist wohl die wichtigste Frage, die man sich als Mensch stellt. Es ist die Frage, die uns ein Leben lang begleitet und nach deren Antwort es wohl ein Leben lang zu forschen gilt. Vermutlich ist es der wichtigste Auftrag, den sich der Mensch in sein Leben mitbringt, um sich selbst zu ergründen:

 

Was ruht alles in mir, was will von mir entdeckt werden und was gilt es zu entwickeln, um sie dann als Gaben des eigenen Seins vom Unbewussten in die Be- wusstheit des (er)Lebens zu bewegen.

 

Allmählich beginne ich zu ahnen, welch große Frage mich bewegt. Bin ich überhaupt fähig, eine Antwort zu ergründen? Ein inneres Bewusstwerden will mich genau jetzt bewegen, das ist spürbar. Und mit der Zuwendung nach Innen reichen sich mir weitere innere Bilder. Mein Seelen-Ich will mir wohl Unterstützung reichen, um mir eine Idee der Vielfalt jener Wesen zu geben, die mich ausmachen und mich in meinem (er)Leben bewegen, beeinflussen, lenken und prägen. Ich schließe die Augen und bin bereit zu sehen.

 

Ein inneres Bild meines kleinen Mädchens, das ich vor Jahrzehnten war, zeigt sich mir: Es repräsentiert das innere Kind. Und mit dem Bildnis fühle ich mich direkt genauso, wie ich damals als Kind war: zart, sehr feinfühlig, sanft und sensibel, beinahe zerbrechlich, dennoch offen und herzlich. All diese Eigenschaften haben es mir nicht immer leicht gemacht. Diese Feststellung gesellt sich als Sichtweise aus meiner heutigen Persönlichkeit hinzu. Zu oft erlebte ich in meinem jungen Leben im direkten Umfeld Zurückweisung und Ablehnung. Und die Sensitivität meiner Persönlichkeit ließ diesen Schmerz besonders stark fühlen, entsprechend fühlte ich damals sehr verletzt und brachte diese Wunden in mein erwachsenes Leben. Und ich nehme wahr, sie wollen geheilt werden – als dass diese Anteile in meine erwachsene Persönlichkeit integriert werden können.

 

Das innere Bild verändert sich: Ich sehe mich als die junge Frau. Ich hatte es damals nicht einfach.

Die Umstände meines Lebens forderten von mir ein schnelles Erwachsenwerden und ein ebenso schnelles Selbstständigsein. Ich lernte mit Spannungen in meinem Umfeld umzugehen und Grenzen zu ziehen. Es war erforderlich, dass ich mich bestimmten Situationen stellte. Ich stand für mich ein und wählte in vielen Belangen und Unternehmungen den Weg der Pionierin, die oftmals kämpfen musste. Dieser Aspekt meiner Persönlichkeit fühlt sich tapfer und mutig an, stark und ausdauernd ebenso. Ja, das ist wohl die Kriegerin in mir. Ich erkenne, dass sie mich auf vielen Wegen meines Lebens begleitet hat, siegreich in vielen Situationen auf meinem Lebens-weg war. Gerade- zu gut für mein emotionales Überleben gesorgt hat. 

 

Und spürbar ist, die Kriegerin ist noch immer eine aktive und verlässliche Kraft in mir.

 

 

Die Schlüssel zum unbewussten Ich.

 

Allmählich beginne ich den Lektionen und Anleitungen meiner Innenwelt zu folgen. Über die Bilder die sie mir reicht, erhalte ich einen Schlüssel zu meinem unterbewussten Ich. Es ist wie eine Bilderreise der Erkenntnis und ich beginne mein Selbst klarer wahrzunehmen und zu sehen.

 

Bewusst betrachte ich meine Verhaltensweisen, meine Prägungen und auch meine Begrenzungen. Und ich fühle wie ich über dieses Wahrnehmen ein bewussteres Bild von mir erhalte. Allmählich formulieren sich Antworten auf die Frage „Wer bin ich?“. Nun ist es die Neugierde, die mich weiterbewegt und ich beginne mitzuspielen. So bin ich es nun, die das innere Spiel aktiv anführt. 

 

Ich schöpfe aus meinem Unterbewusstsein Bild um Bild: die Heilerin, die Lehrerin, die Priesterin. Ich erlebe mich gebend und suchend, sehe mich als Schöpferin und als Herrscherin in meinem Reich. 

 

Und wie auf einer inneren Leinwand Leinwand läuft ein innerer Film an Bildern meines Wesens und Abläufen aus meinem Leben. Ich sehe mich in Situationen meines Lebens, die länger schon zurückliegen und ich sehe solche, an die ich mich gar nicht erinnern kann. Entsprechen sie der Wahrheit oder entspringen sie meiner Phantasie? Auf eine Weise spüre ich, auch das ist einerlei. Die vielen Bilder fügen sich ineinander wie ein großes Puzzle. 

Mein Unterbewusstsein reicht mir eine große Karte um mich zu sehen und besser zu verstehen.

 Und ich sehe, wie die verschiedenen inneren Bilder einander die Qualitäten und Eigenschaften reichen. Das innere Kind profitiert von der Kriegerin, und die Heilerin kann ihre Eigenschaften und Vorzüge der Priesterin reichen. Selbst die Herrscherin hat ihre Gemeinsamkeiten mit der Kriegerin und die Schöpferin profitiert von der Persönlichkeit der Lehrerin. Und ich erkenne fühlend: „Ich bin so vieles.“

Und diese Komposition des Vielen fühlt sich so stimmig an.

 

In diesem Wahrnehmen der Antwort offenbart es sich mir, die Frage „Wer bin ich?“ nimmt mich auf eine inten- sive und erkenntnisreiche Reise des Erkennens und Entdeckens meiner Selbst mit. Ich ermögliche es mir, indem ich fühlend und erwartungsfrei den Raum für eine Antwort öffne, und der Erkenntnis erlaube sich zu offenbaren.

 

Es zeigt sich, es braucht dazu den Blick und die Bereitschaft des vielfältigen Wahrnehmens in die eigene Tiefe. Denn würde ich auf die Schnelle der Frage „Wer bin ich?“ eine Antwort reichen, dann würde ich mich womöglich an dem orientieren, was ich in meinem Alltag lebe, was sogleich sichtbar ist – und genau das muss (und kann gar nicht) zwangsläufig beschreiben, was ich wirklich bin – in meinem gesamten Ausmaß. Mit alledem, was meine Seele sich in dieses Leben mitgebracht hat, um es zu entdecken und zu entwickeln, um mit alledem dem eigenen Leben zu dienen. Doch auch die umgekehrte Sichtweise zeigt, dass wir nicht von selbst alles leben, was uns ausmacht.

Wir leben nicht von selbst alles, was uns ausmacht ..

Das der Vielfalt meines Ichs nicht immer von selbst auch das Erleben zugestanden wird.

 

Beinahe mit einem Erschrecken drängt sich mir nun der Gedanke auf:

  • „Bin ich wer ich bin, im Sinne dessen, dass ich (alles) lebe, was ich (alles) bin?“.
  • „Was lebe ich?“

Hat in meinem (er)Leben all das Platz, was ich als Ahnung an Vorstellung aus meinem Unterbewusstsein ge- borgen habe, was ich sein könnte.

 

  • Lebe ich eine kleine Version von mir?
  • Lebe ich gar keine Version von mir?
  • Oder ist mein Ich einigermaßen gut in mein Leben inte- griert?

Wohl noch nicht. Denn ich meine, das Leben will mir dazu dienen. Nämlich dahingehend dass ich wechsel- wirkend erkenne, was ich alles (noch) bin und dementsprechend ins Leben hinein reagiere, um mir selber den Raum zu geben, alle erkannten Aspekte meines Seins zu integrieren und zu (er)leben.


Der Artikel erschien zunächst als Artikel im Magazin Visionen.

(c) copyright, auch auszugsweise ausschließlich unter der vorgegebenen vollständigen Quellenangabe

Fotocredit: Canva; Steffi Fischer Photografie


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Daniela Hutter

schreibt, bloggt und hält Seminare zum Thema bewusste Lebensführung. Es ist ihre Passion, alte Tradition mit zeitgemässer Spiritualität zu verbinden. Mit Menschen zu sein bereitet ihr Freude und deshalb bietet sie auch persönliche Coachings an.

 

Als Autorin schreibt Daniela Hutter für verschiedene Zeitschriften. Aktuell arbeitet sie an ihrem nächsten Buch. Bereits erschienen sind die Bücher „Lass deine Träume wahr werden“ (2013) und „Den Tag mit Engeln beginnen“ (2008), „Mach dein Leben hell“ (2015), "Das Yin-Prinzip" (August 2016) sowie das Kartenset „Energien der neuen Zeit“ (2013) und "Karten der Weiblichkeit" (2017).

 

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Daniela Hutter weiß was Frauen beschäftigt und kennt die zahlreichen Herausforderungen und Hürden, die das Leben lehrt und der Alltag bietet. Fernab von Dogmen und klassischem Feminismus ermutigt sie in ihrer Arbeit vor allem Frauen in Kontakt mit ihrem wahren FrauSein zu kommen und mutig den eigenen Weg zu gehen. Sie weist den Weg in das Innere und erinnert zugleich daran, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen.


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